KNDS erhöht den Druck auf die Bundesregierung. Der deutsch-französische Panzerbauer gibt Berlin nur noch rund acht Wochen, um sich zu einer staatlichen Beteiligung zu bekennen. Kommt keine Zusage, treibt der Konzern den Börsengang ohne Deutschland im Aktionariat voran.
Streit um Einfluss und Quote
In Berlin ist die Linie noch nicht geklärt. Kanzleramt und Wirtschaftsministerium favorisieren eine Beteiligung von etwa 30 Prozent, das Verteidigungsministerium drängt auf eine größere Quote nahe 40 Prozent. Parallel prüft die staatliche KfW mit JPMorgan den Kauf einer Sperrminorität von etwas mehr als 25 Prozent.
Es geht nicht nur um die Höhe des Anteils. Offen sind auch der Kaufpreis und die Machtbalance mit Frankreich. Das ist politisch heikel, denn ohne deutschen Einstieg würde der französische Staat beim Börsengang zum größten Anteilseigner.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat einen Einstieg nach dem IPO ausgeschlossen. Damit verengt sich das Zeitfenster zusätzlich. Für KNDS zählt nun Tempo: Der Konzern will die Entscheidung über den Börsengang innerhalb der nächsten zwei Monate vorantreiben.
Operativ läuft das Rüstungsgeschäft
Auf der industriellen Seite liefert KNDS weiter. Ab Mai 2026 sollen die ersten Panzerhaubitzen PzH 2000 an die Bundeswehr gehen. Das Beschaffungspaket soll Systeme ersetzen, die Deutschland an die Ukraine abgegeben hat.
Auch der Leopard-2-A8 bleibt zentral für die Bundeswehr-Modernisierung. Bei der Panzerhaubitze wurde die Elektronik überarbeitet: Der ältere Feuerleitrechner MICMOS wird durch das System Centurion ersetzt, das schneller rechnet und besser in NATO-Feuerleitstrukturen passt.
Die Ukraine bleibt ebenfalls ein wichtiger Abnehmer. Die PzH 2000 wird weiter für Kiew gefertigt, nachdem sich das System dort im Einsatz bewährt hat. Der operative Rückenwind ist also vorhanden.
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Prüfung bremst den Börsengang
Der eigentliche Engpass liegt in der Bilanzprüfung. PwC verweigert bislang die Freigabe des Jahresabschlusses 2025. Ohne testierte Zahlen fehlt die Grundlage für den Börsenprospekt.
Auslöser ist eine Korruptionsuntersuchung zu einem Rüstungsgeschäft mit Katar aus dem Jahr 2013. Damals unterzeichnete der KNDS-Vorgänger Krauss-Maffei Wegmann einen Großauftrag über Haubitzen, Leopard-Kampfpanzer und weitere Ausrüstung. Das Paket hatte ein Volumen von 1,89 Milliarden Euro.
Im Zentrum stehen mutmaßliche Provisionszahlungen an eine Beratungsfirma, die einem katarischen General zugerechnet wird. KNDS verweist darauf, dass die Untersuchung weit fortgeschritten sei. Hinweise auf strafbares Verhalten aktueller oder früherer Mitarbeiter sieht der Konzern bislang nicht.
Der geplante Börsengang ist für Juni oder Juli 2026 vorgesehen. KNDS könnte dabei rund ein Viertel der Aktien platzieren und etwa 5 Milliarden Euro einnehmen. Die angestrebte Bewertung liegt inzwischen bei etwa 18 bis 20 Milliarden Euro.
Der Markt ist anspruchsvoller geworden. Rheinmetall hat in den ersten Monaten 2026 bereits rund ein Viertel seines Börsenwerts verloren. Operativ wirkt KNDS dennoch robust: 2024 stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte 23,5 Milliarden Euro.
Im Mai richtet sich der Blick damit auf zwei Punkte: die testierten Zahlen und die Entscheidung Berlins. Kommt die Prüfung voran und eskaliert die Katar-Untersuchung nicht, bleibt das Sommerfenster für den Börsengang offen.
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