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KNDS Aktie: 72 Artilleriesysteme aus Großbritannien

Ein europäischer Rüstungskonzern greift nach einem deutschen Autowerk. KNDS prüft den Kauf des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde — und sendet damit ein klares Signal: Die Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen übersteigt die vorhandenen Kapazitäten.

Ludwigsfelde: Vom Sprinter zum Schützenpanzer

Das Werk in Ludwigsfelde beschäftigt rund 1.800 Menschen. Bislang laufen dort Sprinter-Transporter vom Band. Mercedes-Benz verlagert diese Produktion nach Jawor in Polen — das Werk wird frei.

KNDS will genau das nutzen. Der Konzern braucht Fertigungskapazität für den Boxer, ein radgesteuertes Schützenpanzerfahrzeug. Die Bundeswehr hat Bedarf an bis zu 3.000 Einheiten signalisiert. KNDS-Deutschland-Chef Florian Hohenwarter sagte, ein „erfahrenes Team aus der Automobilindustrie“ passe ideal zu den Anforderungen des Unternehmens.

Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius bezeichnete den Rüstungssektor als „wachsende Nische“ für industrielle Übergänge. Eine endgültige Entscheidung über den Verkauf — ganz oder teilweise — erwartet der Markt in den nächsten Wochen. Die Beschäftigungsgarantie für die Belegschaft läuft bis Ende 2029.

Es ist nicht die erste Übernahme dieser Art. 2025 übernahm KNDS das Alstom-Werk in Görlitz und integrierte es in die Leopard-2-Produktion.

Milliarden-Auftrag aus London

Parallel dazu meldet KNDS einen Großauftrag aus Großbritannien. Das Vereinigte Königreich bestellt 72 Artilleriesysteme vom Typ RCH 155 — Gesamtwert rund eine Milliarde Pfund.

Das System kombiniert ein automatisiertes Artilleriemodul mit dem Boxer-Fahrgestell. Die Fahrgestelle entstehen im KNDS-Werk in Stockport. Die Kanonenrohre fertigt Rheinmetall in Telford — aus britischem Stahl. Der Auftrag sichert mehr als 500 Arbeitsplätze in der Lieferkette.

Erste Lieferungen sind für 2028 geplant. Die britische Armee will bis 2030 eine erste Einsatzfähigkeit erreichen. QinetiQ erhielt kürzlich einen Auftrag über 18 Millionen Pfund, um die ferngesteuerten Systeme über mehrere Jahre zu testen.

Rüstungsboom trifft auf Kapazitätsengpass

Der Druck auf Rüstungshersteller wächst. Europa erhöht seine Verteidigungsbudgets, die Auftragsbücher füllen sich — doch die Werke stoßen an Grenzen. KNDS steht exemplarisch für dieses Problem: starke Nachfrage, knappe Produktionskapazität.

Die Übernahme in Ludwigsfelde wäre ein direkter Schritt, diese Lücke zu schließen. Gelingt der Deal, könnte KNDS die Boxer-Produktion deutlich schneller hochfahren — und den Bundeswehr-Auftrag fristgerecht bedienen.

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