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KNDS Aktie: 5 Milliarden Euro für IPO

Rüstungskonzern KNDS plant Börsengang im September, kämpft aber mit der Abarbeitung eines Rekordauftragsbestands von 33 Milliarden Euro.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordauftragsbestand von 33 Milliarden Euro
  • Verhandlungen mit VW und Mercedes über Werke
  • Bewertungsspanne auf 18-20 Milliarden gesenkt
  • Börsengang voraussichtlich im September 2026

Die Auftragsbücher des Rüstungskonzerns KNDS platzen aus allen Nähten. Der deutsch-französische Panzerbauer sitzt auf einem Rekordberg von Bestellungen. Das geplante Börsendebüt in Frankfurt und Paris rückt näher. Das Problem liegt längst nicht mehr bei der Nachfrage. KNDS muss nun beweisen, dass das Unternehmen die bestellten Waffen auch schnell genug bauen kann.

Vom Autobauer zur Panzerschmiede

Der Auftragsbestand kletterte zuletzt auf nie dagewesene 33,1 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg auf 4,4 Milliarden Euro. Die Profitabilität verbesserte sich spürbar.

Um diesen Berg abzuarbeiten, wählt das Management einen ungewöhnlichen Weg. KNDS verhandelt mit Volkswagen und Mercedes-Benz. Der Konzern will stillgelegte Autowerke in Osnabrück und Ludwigsfelde übernehmen. Parallel dazu baut das Unternehmen seine Kapazitäten in ganz Europa aus.

In Norwegen entstand in Rekordzeit eine neue Montagehalle. Dort können künftig bis zu 36 Leopard-2-Panzer pro Jahr vom Band rollen. Eine neue automatisierte Produktionslinie in Belgien liefert dringend benötigte Artilleriemunition. Die Belegschaft wuchs auf rund 11.000 Mitarbeiter an.

Die Produktion läuft auf Hochtouren. Das allein garantiert aber noch keinen reibungslosen Weg aufs Parkett.

Berlin drückt die Bewertung

Die politische Einmischung hinterlässt Spuren beim anvisierten Ausgabepreis. Die begleitenden Banken haben die Bewertungsspanne auf 18 bis 20 Milliarden Euro gesenkt. Zuvor kursierten Summen von bis zu 25 Milliarden Euro am Markt.

Die Bundesregierung fordert weitreichende Vetorechte bei Personalentscheidungen. Berlin will über die KfW einen Anteil von 40 Prozent erwerben. Damit zieht Deutschland mit dem französischen Staat gleich. Für freie Aktionäre bleiben beim Börsenstart voraussichtlich nur rund 20 Prozent der Papiere übrig.

Zwei wichtige Hürden hat der Konzern bereits genommen. Eine interne Untersuchung zu einem alten Katar-Geschäft brachte keine Hinweise auf strafbares Verhalten. Die EU-Kommission startete Anfang Juni offiziell die fusionskontrollrechtliche Prüfung. Damit kann KNDS den offiziellen Wertpapierprospekt veröffentlichen.

Der Weg nach Amerika

Der Blick richtet sich bereits über Europa hinaus. Gemeinsam mit Leonardo DRS bewirbt sich KNDS um ein wichtiges Artillerie-Programm der US-Armee. Eine erste Entscheidung fällt voraussichtlich im Juli 2026.

Der Zeitplan für das Milliarden-IPO verschiebt sich derweil. Bankenkreise halten den ursprünglichen Termin im Sommer für extrem ehrgeizig. Als realistisches Zeitfenster für den Börsengang gilt nun der September. Dann will KNDS rund fünf Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln.

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Diskussion zu KNDS

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.