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KNDS Aktie: 40 Prozent für Deutschland

Rüstungskonzern KNDS plant Börsengang in Paris und Frankfurt. Deutschland und Frankreich werden gleichberechtigte Haupteigentümer.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Börsendebüt in Paris und Frankfurt
  • Deutschland und Frankreich als gleichberechtigte Eigentümer
  • Nur institutionelle Anleger erhalten Aktien
  • Rekordauftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro

Der europäische Rüstungskonzern KNDS geht an die Börse. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch offiziell seine Absicht, sich gleichzeitig in Paris und Frankfurt listen zu lassen — verbunden mit einer historischen Neuordnung der Eigentümerstruktur.

Frankreich und Deutschland werden gleichberechtigte Eigentümer

Deutschland erwirbt 40 Prozent an KNDS von Wegmann & Co. Frankreich hält seine 40-Prozent-Beteiligung über Giat Industries. Damit stehen beide Staaten künftig gleichberechtigt als Haupteigentümer da.

Die Bundesrepublik kauft ihren Anteil über die KfW. Die Transaktion muss noch den parlamentarischen Haushaltsausschuss passieren und steht unter einem besonderen Bundesmandat. Der Abschluss soll vor dem Börsengang erfolgen.

KNDS-Aufsichtsratsvorsitzender Tom Enders nannte den deutschen Schritt „ein starkes Vertrauenssignal in KNDS und seine Zukunft.“

Nur institutionelle Investoren erhalten Aktien

Der Börsengang sieht den Verkauf von bis zu 20 Prozent des bestehenden Aktienkapitals vor. Neue Aktien gibt es nicht. CEO Jean-Paul Alary bestätigte: Das Angebot richtet sich ausschließlich an institutionelle Investoren. Privatanleger gehen leer aus.

Nach der Notierung halten Giat und KfW je 40 Prozent der Stammaktien. Die verbleibenden 20 Prozent bilden den Streubesitz. Beide Ankeraktionäre verpflichten sich für zehn Jahre, ihre Beteiligung nicht unter 30 Prozent zu senken — ohne Zustimmung des jeweils anderen.

Hinzu kommt ein Loyalitätsaktienmodell: Wer seine Aktien zwei Jahre lang im Depot hält, erhält doppelte Stimmrechte.

Rekordauftragsbestand, ambitionierte Wachstumsziele

KNDS steht finanziell stark da. Ende 2025 lag der Auftragsbestand bei 33,1 Milliarden Euro. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, ein EBIT von 661 Millionen Euro und einen freien Cashflow von 980 Millionen Euro.

Für 2026 peilt KNDS ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent an. Das Segment KNDS Land Systems Germany soll dabei besonders stark zulegen — mehr als doppelt so schnell wie im Zeitraum 2023 bis 2025. Die EBIT-Marge soll bei rund 12 Prozent liegen, leicht unter dem Vorjahresniveau, weil große Inlandsprogramme hochgefahren werden und einige besonders margenstarke Verträge auslaufen.

Mittelfristig strebt der Konzern einen Jahresumsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro an.

Bewertung und Marktumfeld

Laut Financial Times könnte die Marktkapitalisierung beim Börsengang zwischen 12 und 15 Milliarden Euro liegen. Das wäre eine der größten Verteidigungsnotierungen Europas der jüngeren Geschichte.

Das Umfeld ist dabei nicht ungetrübt. Morningstar-Chefstratege Michael Field sieht die schwächere Stimmung im Verteidigungssektor in Investorenzweifeln begründet: Viele fragen sich, ob europäische Regierungen ihre Versprechen zu höheren Rüstungsbudgets tatsächlich einhalten werden.

Ausgerechnet am Tag der KNDS-Ankündigung brach Rheinmetall um 13 Prozent ein — ausgelöst durch separate Nachrichten rund um ein deutsches Fregatten-Programm. Ein Beleg dafür, wie nervös der Sektor derzeit reagiert.

Einen genauen Termin nannte CEO Alary nicht. Der Börsengang solle aber „innerhalb von Wochen“ erfolgen.

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