In Kuala Lumpur wirbt der europäische Rüstungskonzern KNDS derzeit um asiatische Käufer für seine Präzisionswaffen. Parallel dazu tobt in Berlin ein politisches Ringen um die Kontrolle des Unternehmens. Der Hintergrund ist ein geplanter Börsengang im Sommer, der die europäische Verteidigungsindustrie tiefgreifend verändern könnte.
Banken bereiten für Juni oder Juli ein Dual-Listing in Paris und Frankfurt vor. Etwa ein Viertel der KNDS-Aktien soll in den freien Handel gehen. Marktbeobachter taxieren die mögliche Bewertung des Konzerns auf rund 20 Milliarden Euro.
Das Fundament für diesen Schritt bildet ein massives Auftragspolster. Der Auftragsbestand summiert sich auf 23,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete KNDS mit seinen über 11.000 Beschäftigten einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro.
Politisches Ringen um Kontrollrechte
Die künftige Eigentümerstruktur sorgt politisch für Zündstoff. Bislang halten deutsche Familienaktionäre die Hälfte der Anteile, wollen diese Quote im Zuge des Börsengangs aber deutlich reduzieren. Die Bundesregierung prüft daher den Einstieg. Im Raum steht der Erwerb einer Sperrminorität von mindestens 25,1 Prozent.
Der Gewerkschaft IG Metall reicht das nicht. Selbst wenn Frankreich seinen Anteil auf unter 40 Prozent senke, genüge ein deutsches Viertel nicht für eine echte Parität, warnte Gewerkschafter Kerner. Deutschland laufe Gefahr, die Kontrolle über ein strategisch wichtiges Unternehmen zu verlieren. Die Bundesregierung bewertet die Konditionen und die künftige Struktur aktuell noch.
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Asien-Geschäft als Wachstumstreiber
Um die eigene Equity-Story vor dem Börsendebüt zu stärken, forciert KNDS das Exportgeschäft im asiatisch-pazifischen Raum. Auf der Rüstungsmesse DSA in Malaysia präsentiert der Konzern aktuell sein Portfolio. Im Zentrum stehen die neue Generation der „Mataris“-Loitering-Munition sowie das abhörsichere Funksystem „Phorio“.
Malaysia dient dabei als regionaler Anker. Bereits seit 2018 kooperiert KNDS mit dem lokalen Rüstungsunternehmen ADS bei der Montage von leichten Artilleriegeschützen. Ein weiterer Exportschlager ist das mobile Artilleriesystem „Caesar“. Mehr als 800 dieser Systeme wurden weltweit bereits von 14 Staaten geordert.
Der Vorstoß in Asien unterstreicht die globalen Ambitionen von KNDS kurz vor der Öffnung für den Kapitalmarkt. Die genaue Struktur des IPOs hängt nun maßgeblich von der Entscheidung in Berlin ab. Sobald das Kabinett eine konkrete Beteiligungshöhe beschließt, können die Banken die Platzierung für den Frühsommer terminieren.
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