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Klöckner & Co Aktie: Zahlen-Countdown läuft

Klöckner & Co profitiert von US-Zöllen und erwartet steigende Gewinne. Der anstehende Quartalsbericht muss den Kursaufschlag gegenüber dem Übernahmepreis von Worthington Steel rechtfertigen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie notiert 14 Prozent über Übernahmepreis
  • US-Strafzölle wirken als unerwarteter Vorteil
  • Management erwartet steigendes EBITDA und Cashflow
  • Portfolio wurde 2025 strategisch neu ausgerichtet

Die Aktie notiert 14 Prozent über dem Übernahmepreis von Worthington Steel. Am 6. Mai muss Klöckner liefern — der Q1-Bericht wird zeigen, ob dieser Aufschlag fundamental gerechtfertigt ist.

Zölle als unerwarteter Rückenwind

Klöckner erwirtschaftet rund die Hälfte seines Umsatzes in den USA. Was nach einem Risiko klingt, erweist sich als Vorteil. Das Unternehmen kauft in den USA ein, was es dort verkauft — US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium treffen Klöckner daher kaum direkt.

Im Gegenteil. Der Konzern hat auf niedrigerer Preisbasis eingekauft und profitiert jetzt vom gestiegenen Preisniveau in den USA. Für das zweite und dritte Quartal rechnet das Management deshalb mit steigenden Gewinnen.

Die Ausgangslage ist solide. Das EBITDA vor Sondereffekten kletterte 2025 auf 171 Mio. Euro — nach 136 Mio. Euro im Vorjahr. Der operative Cashflow blieb im vierten Jahr in Folge klar positiv.

Was der Q1-Bericht leisten muss

Für das erste Quartal 2026 erwartet Klöckner ein EBITDA vor Sondereffekten zwischen 20 und 60 Mio. Euro. Die breite Spanne spiegelt die Unsicherheit im Stahlmarkt wider.

Reicht das, um den Kursaufschlag zu rechtfertigen? Marktbeobachter werten die 14 Prozent über dem Worthington-Angebotspreis als Wette auf eine höhere Abfindung — etwa im Rahmen eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags. Worthington hält 58,8 Prozent der Stimmrechte. Für einen Squeeze-out fehlen noch einige Prozentpunkte.

Portfolio neu ausgerichtet

Klöckner hat 2025 gezielt umgebaut. Acht US-Distributionsstandorte und die brasilianische Tochter wurden verkauft. Neu dazugekommen sind Haley Tool & Stamping in den USA und Ambo Stahl in Deutschland — beide mit Fokus auf Verteidigung und höherwertige Verarbeitung.

Das Branchenumfeld bleibt zweigeteilt: Maschinenbau und Rüstung fragen mehr Stahl nach, die Baubranche hält sich zurück. Klöckner profitiert vom Umbau hin zu margenstarken Dienstleistungen — besonders im US-Geschäft.

Für 2026 erwartet der Vorstand trotz der veräußerten Standorte einen konstanten Absatz sowie ein deutlich steigendes EBITDA und einen deutlich wachsenden Cashflow. Am 20. Mai folgt die Hauptversammlung in Düsseldorf; Vorstand und Aufsichtsrat schlagen 0,20 Euro Dividende je Aktie vor.

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