Die Übernahme durch Worthington Steel ist so gut wie besiegelt — und der Markt bewertet Klöckner trotzdem deutlich höher als das Angebot. Das sagt einiges über die Erwartungen aus, die Anleger an die nächste Phase knüpfen.
Nach Ablauf der ersten Annahmefrist am 26. März hatte Worthington Steel rund 58,8 % der Klöckner-Aktien eingesammelt und damit die selbst gesetzte Mindestannahmeschwelle von 57,5 % überschritten. Entscheidend dabei: Großaktionär Friedhelm Loh brachte seinen Anteil von rund 41,5 % vollständig in das Angebot ein. Ohne dieses Einlenken wäre die Schwelle kaum zu erreichen gewesen.
Warum die Aktie über dem Angebotspreis notiert
Das Barangebot liegt bei 11,00 Euro je Aktie. Der Kurs schloss gestern bei 12,12 Euro — ein Aufschlag von rund 10 % auf das Gebot. Dieser Abstand ist kein Zufall. Er spiegelt die Markterwartung wider, dass der geplante Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (DPLTA) mit einer höheren Ausgleichszahlung verbunden sein könnte als das bisherige Barangebot impliziert. Ein solcher Vertrag würde Worthington Steel direkten Zugriff auf Ergebnisse und strategische Steuerung von Klöckner verschaffen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klöckner?
Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 48 % zugelegt — und notiert damit weit über dem durchschnittlichen Analystenkursziel von 9,75 Euro.
Zweitgrößter Stahl-Service-Center in Nordamerika
Strategisch ist der Zusammenschluss für beide Seiten bedeutsam. Gemeinsam entsteht der zweitgrößte Stahl-Service-Center-Konzern in Nordamerika, mit einem kombinierten Jahresumsatz von mehr als 9,5 Milliarden US-Dollar. Klöckner soll dabei operativ eigenständig bleiben, Vorstandschef Guido Kerkhoff an der Spitze. Worthington Steel sicherte zudem zu, keine Standortschließungen oder betriebsbedingten Entlassungen zu planen.
Bis zum 14. April 2026 läuft noch die gesetzlich vorgeschriebene Nachfrist, in der verbliebene Aktionäre ihre Anteile zum Angebotspreis von 11,00 Euro andienen können. Der endgültige Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben und wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Die konkreten Konditionen des DPLTA dürften dann darüber entscheiden, ob der aktuelle Kursaufschlag gerechtfertigt ist.
Klöckner-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Klöckner-Analyse vom 2. April liefert die Antwort:
Die neusten Klöckner-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Klöckner-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Klöckner: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
