Mehr als 40 Prozent Verlust seit Jahresbeginn — und trotzdem empfehlen fast alle Analysten den Kauf. Bei Klarna klafft die Lücke zwischen Marktpreis und professioneller Einschätzung ungewöhnlich weit auseinander.
Die Aktie schloss gestern bei 13,82 USD. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 38,78 USD — der aktuelle Kurs notiert rund 64 Prozent darunter. Immerhin: Vom Jahrestief im März hat sich die Aktie bereits um gut 29 Prozent erholt.
Analysten halten an Kaufempfehlung fest
Das Bild unter Analysten ist eindeutig. Von 17 Experten empfehlen 13 den Kauf der Aktie, keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 23,29 USD — knapp 70 Prozent über dem aktuellen Niveau. Das höchste Ziel liegt bei 45 USD.
Der Markt sieht das anders. Er preist deutlich mehr Risiko ein, als die meisten Analysten eingestehen wollen.
Starke Zahlen, schwache Reaktion
Der Kursverfall begann nach Klarnas erstem Quartalsbericht nach dem Börsengang im September 2025. Das Ergebnis war auf dem Papier stark: Der Umsatz wuchs im vierten Quartal 2025 um 38 Prozent auf 1,082 Milliarden USD. Das war der erste Milliarden-Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte. Das Bruttowarenvolumen stieg auf 38,7 Milliarden USD und übertraf die eigene Prognose.
Der Markt reagierte dennoch negativ. Auslöser waren erhöhte Kreditverlust-Rückstellungen — höher als Anleger beim Börsengang erwartet hatten. Dabei verbesserte sich die Quote tatsächlich: von 0,72 Prozent des Bruttowarenvolumens in Q3 auf 0,65 Prozent in Q4. Das half dem Kurs nicht.
Zwei Rechtsstreitigkeiten im Blick
Zur Kursschwäche kommt rechtlicher Druck. Eine Sammelklage wirft Klarna vor, im Börsenprospekt die Wahrscheinlichkeit steigender Kreditverluste nach dem IPO wesentlich zu niedrig dargestellt zu haben. Klarna weist die Vorwürfe zurück. Solche Verfahren dauern typischerweise zwei bis vier Jahre — nennenswerte Entwicklungen sind frühestens Ende 2026 zu erwarten.
Daneben läuft ein Verfahren mit potenziell großem Aufwärtspotenzial. Das Patentgericht in Stockholm hat sein Urteil im Fall PriceRunner gegen Google auf den 10. Juni 2026 verschoben. PriceRunner — eine Klarna-Tochter — fordert rund 8,3 Milliarden USD Schadensersatz. Es ist die größte Zivilklage in der Geschichte schwedischer Gerichte. Klarna betont ausdrücklich, dass der Ausgang ungewiss ist und ein möglicher Betrag geteilt sowie versteuert werden müsste.
Operative Stärke als Argument der Bullen
Wer auf Klarna setzt, verweist auf die Kostenstruktur. Seit Ende 2022 wuchs der Umsatz um 104 Prozent. Die Betriebskosten sanken dabei um 8 Prozent. Der Umsatz je Mitarbeiter liegt inzwischen bei 1,24 Millionen USD — 3,6-mal so hoch wie 2022. Die Belegschaft schrumpfte um 49 Prozent, KI-gestützte Prozesse übernahmen den Rest.
Ob das reicht, zeigt sich beim nächsten Quartalsbericht. Die Q1-2026-Zahlen werden der erste echte Test, ob Klarna die operative Dynamik in eine Kurserholung übersetzen kann.
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