Zwei Analysten, zwei Tage, zwei gegensätzliche Urteile. Klarna steht nach seinem enttäuschenden Börsenstart im Mittelpunkt einer Debatte, die einen grundlegenden Konflikt offenbart: Kann das Unternehmen wachsen, ohne das Kreditrisiko aus dem Ruder laufen zu lassen?
BMO warnt, Bank of America kauft
BMO Capital eröffnete die Diskussion am 21. April mit einem „Market Perform“-Rating und einem Kursziel von 16 US-Dollar. Die Analysten sehen Klarna zwar als strukturellen Gewinner im Zahlungsverkehr. Allerdings bereitet ihnen die Strategie Sorgen: Das Unternehmen setzt zunehmend auf Kreditprodukte mit längerer Laufzeit — und das erhöht sowohl die Ergebnisvolatilität als auch das Kreditrisiko. BMO will erst handfeste Belege sehen, dass Klarna seine Erträge steigern kann, ohne die Risikosteuerung zu vernachlässigen.
Einen Tag später kam Bank of America Securities mit einem „Buy“-Rating. Details zum Kursziel nannte die Bank nicht öffentlich. Das Muster ist dennoch klar: Acht Analysten empfehlen den Kauf, vier raten zum Halten, keiner zum Verkauf.
Kreditverluste als Knackpunkt
Die Skepsis von BMO hat einen konkreten Auslöser. Im November 2025 meldete Klarna für das dritte Quartal einen Anstieg der Risikovorsorge für Kreditausfälle um 102 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aktie verlor daraufhin rund 20 Prozent und schloss bei knapp 32 Dollar — bereits unter dem IPO-Preis. Seitdem hat sich die Lage nicht erholt.
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Aktuell notiert die Aktie bei 14,07 Dollar. Das entspricht einem Minus von mehr als 42 Prozent seit Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,78 Dollar ist die Aktie damit fast 64 Prozent entfernt.
Quartalszahlen im Mai als Richtungsentscheid
Das durchschnittliche Kursziel der 17 Analysten, die Klarna abdecken, liegt bei 23,29 Dollar. Die Spanne reicht von 14 bis 45 Dollar. Diese Streuung zeigt, wie wenig Einigkeit über den fairen Wert besteht.
Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert Klarna voraussichtlich im Mai 2026 mit den Quartalszahlen. Dann wird sich zeigen, ob die Risikovorsorge weiter steigt oder ob das Management die Kreditqualität unter Kontrolle gebracht hat. Für die Bullen wäre ein stabiles oder sinkendes Verhältnis von Kreditausfällen zu Kreditvolumen das stärkste Argument — und für BMO womöglich der Anlass, die Zurückhaltung aufzugeben.
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