Fast 50 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, ein Sicherheitsvorfall auf den Konten — und ausgerechnet jetzt stuft ein Analyst die Aktie hoch. Bei Klarna treffen gerade gegensätzliche Signale aufeinander.
Hochstufung mit gedämpftem Optimismus
Wall Street Zen hob Klarna am Wochenende von „Verkaufen“ auf „Halten“ an. Eine Hochstufung, die weniger Euphorie signalisiert als vielmehr das Ende einer ausgeprägten Skepsis. Der Kurs hat die Abwärtsbewegung nach Ansicht der Analysten offenbar weit genug vollzogen. Mit einem Schlusskurs von 12,36 Euro liegt die Aktie rund fünf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 13,00 Euro — und mehr als 68 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025.
Das operative Bild erzählt eine andere Geschichte. Im jüngsten Quartal wuchs der Umsatz um 38,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Einzelhandelspartner überschritt die Marke von einer Million weltweit, das US-Geschäft zieht als Wachstumsmotor. Ein milliardenschweres Finanzierungsarrangement soll das Ratenkaufprodukt „Fair Financing“ weiter skalieren.
Quartalszahlen mit Sprengkraft
In der kommenden Woche veröffentlicht Klarna seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Der Markt rechnet mit einem Verlust von 0,18 US-Dollar je Aktie — was einer Verbesserung von rund 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspräche. Der Konsens beim Umsatz liegt bei knapp 940 Millionen US-Dollar, ein Plus von etwa 34 Prozent.
Historisch reagiert die Aktie heftig auf Zahlen. Nach den Februarergebnissen brach der Kurs um mehr als 27 Prozent ein — deutlich mehr, als Optionshändler eingepreist hatten. Für die kommende Veröffentlichung impliziert der Optionsmarkt eine Schwankungsbreite von rund 13 Prozent. In drei der vergangenen vier Quartale verfehlte Klarna die Konsensschätzungen beim Ergebnis.
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Sicherheitsvorfall belastet das Bild
Kurz vor den Zahlen meldeten mehrere Nutzer unautorisierten Zugriff auf ruhende Konten — ohne die üblichen Authentifizierungsbenachrichtigungen. Klarna bestätigte über seine Support-Kanäle einen systemseitigen Vorfall und leitete Rückerstattungen für betroffene Nutzer ein. Wie viele Konten betroffen sind und ob der Vorfall regulatorische Konsequenzen nach sich zieht, blieb zunächst offen.
Das Timing ist ungünstig: Vertrauen ist für ein Fintech, das Banking-Produkte aggressiv ausbaut, kein abstraktes Gut. Die Verdoppelung der Nutzerzahlen im digitalen Banking innerhalb eines Jahres macht den Reputationsschutz umso wichtiger.
Mit einem RSI von 44 und einer annualisierten Volatilität von über 73 Prozent spiegelt der Kurs die Unsicherheit wider. Die Quartalszahlen nächste Woche werden zeigen, ob das operative Momentum stark genug ist, um die Skepsis des Marktes nachhaltig zu brechen.
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