Für den schwedischen Zahlungsdienstleister steht eine der wichtigsten juristischen Entscheidungen der europäischen Tech-Geschichte an. Während der Börsenwert seit dem Börsengang massiv eingebrochen ist, könnte ein anstehendes Gerichtsurteil gegen Google die finanzielle Lage des Unternehmens schlagartig verändern. Es geht um eine Schadensersatzforderung, die die aktuelle Marktkapitalisierung weit übersteigt.
Historische Klage gegen Google
Am 15. April 2026 wird das Patent- und Marktgericht in Stockholm sein Urteil fällen. Die Klarna-Tochter PriceRunner fordert von Google Schadensersatz in Höhe von rund 8,3 Milliarden US-Dollar. Basis der historisch größten Zivilklage Schwedens ist der Vorwurf, der Suchmaschinenriese habe konkurrierende Preisvergleichsdienste in seinen Ergebnissen systematisch benachteiligt. Die Europäische Kommission hatte diesen Missbrauch der Marktposition bereits 2017 festgestellt, was der Europäische Gerichtshof im September 2024 endgültig bestätigte.
Diskrepanz zwischen Kurs und Analysten
Ein juristischer Sieg käme für Aktionäre zur perfekten Zeit. Seit dem Börsengang an der Wall Street vor rund einem halben Jahr zu 40 US-Dollar hat das Papier mehr als drei Viertel seines Wertes verloren. Ende März markierte der Kurs bei 12,06 US-Dollar ein Allzeittief. Die aktuelle Marktkapitalisierung von rund fünf Milliarden US-Dollar liegt damit deutlich unter der geforderten Schadensersatzsumme.
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Trotz dieses drastischen Ausverkaufs bleiben Analysten mehrheitlich optimistisch. Von 14 Experten raten 43 Prozent zum starken Kauf und weitere 36 Prozent zum Kauf. Allerdings spiegeln sich die Unsicherheiten in jüngsten Anpassungen wider: Institute wie die Bernstein SocGen Group senkten zuletzt ihre Kursziele und stuften die Aktie ab, da sie die Geschwindigkeit der Margenerholung kritischer bewerten.
Blick auf das operative Geschäft
Abseits des Gerichtssaals arbeitet das Management an der operativen Wende. CEO Sebastian Siemiatkowski plant den Ausbau zu einer der weltweit größten Privatkundenbanken. Für das zweite Halbjahr 2026 stellt die Führungsebene verbesserte Transaktionsmargen und eine bereinigte operative Marge von über 6,9 Prozent in Aussicht.
Ein Erfolg im PriceRunner-Prozess würde diese Pläne durch eine massive Kapitalspritze beschleunigen. Fällt das Urteil am 15. April hingegen zugunsten von Google aus, entfällt dieser Katalysator. Dann muss das Unternehmen die erhoffte Profitabilität beim nächsten Quartalsbericht im Juni 2026 rein aus eigener Kraft belegen.
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