Klarna steht derzeit im Fokus zahlreicher Sammelklagen, die dem Finanzierer von „Buy Now, Pay Later“-Krediten vorwerfen, Risiken rund um Kreditverlustreserven im Zusammenhang mit dem Börsengang im September 2025 verschwiegen zu haben. Kurz darauf meldete das Unternehmen stark gestiegene Rückstellungen — ein zweifaches Problem für Vertrauen und Bewertung. Wie gravierend sind die finanziellen Folgen für das Geschäftsmodell?
Vorwürfe rund ums IPO
Die Klagen beziehen sich auf den Zeitraum 7. September bis 22. Dezember 2025 und behaupten, Klarna habe im Registrierungsprospekt des IPO wesentliche Risiken einer raschen Zunahme der Kreditverlustreserven nicht ausreichend offengelegt. Mehrere Anwaltskanzleien werben aktiv um Investoren, die Lead-Plaintiff-Anträge stellen wollen; die Frist dafür läuft am 20. Februar 2026 ab. Die zentralen Vorwürfe drehen sich um die Risikoprofile der BNPL-Kunden und die Frage, ob diese Entwicklungen vorhersehbar waren.
Finanzielle Auswirkungen
Auf diese Vorwürfe folgte eine handfeste finanzielle Wirkung: In den Q3-Zahlen vom 18. November 2025 stiegen die Rückstellungen für Kreditausfälle deutlich auf 235 Mio. USD — gegenüber Analystenschätzungen von 215,8 Mio. USD und einem jährlichen Anstieg von rund 102%. Zudem weist Klarna derzeit einen Nettoverlust von 224 Mio. USD aus. Diese Zahlen erklärten die negative Marktreaktion und verstärkten Sorgen um die kurzfristige Profitabilität.
Kurz- bis mittelfristig sind zwei Treiber entscheidend: weitere Verschlechterungen der Kreditqualität, die zusätzliche Rückstellungen erfordern, sowie die juristischen Risiken aus den Sammelklagen, die zu zusätzlichen Belastungen führen könnten.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klarna?
Bewertung, Kennzahlen und Ausblick
Bewertungstechnisch notiert Klarna mit einem Price-to-Sales-Verhältnis von 3,5x leicht unter dem Peer-Durchschnitt von 3,8x, aber deutlich über dem Branchendurchschnitt von 2,8x. Analystenprognosen sehen ein Umsatzwachstum von rund 17,9% jährlich und erwarten eine schnelle Verbesserung der Ergebnislage aus der Verlustposition heraus. Ein unabhängiges DCF-Modell taxiert den Fair Value jedoch nur bei 15,31 USD je Aktie — ein deutlicher Abstand zur aktuellen Bewertung. Die Aktie schloss gestern bei 30,02 USD und liegt etwa 22,6% unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch.
Konkret bleibt die Entwicklung an zwei Punkten hängen: Erstens, ob Kreditverlustrückstellungen auf dem aktuellen Niveau stabil bleiben oder weiter steigen; zweitens, wie die Sammelklagen ausgehen und ob sie zu nennenswerten finanziellen Belastungen führen. Die Frist zur Anmeldung als Lead-Plaintiff am 20. Februar 2026 bietet zudem einen klaren kurzfristigen juristischen Zeitmarker.
Fazit: Klarna steht vor einer doppelten Herausforderung aus gestiegenen Kreditrisiken und rechtlichen Unsicherheiten. Sollten sich die Rückstellungen nicht beruhigen oder die Klagen zu zusätzlichen Kosten führen, dürfte das Bewertungsrisiko wachsen. Gleichzeitig bleibt das erwartete Umsatzwachstum ein Faktor, der die Erholung unterstützen könnte — allerdings von einer aktuell hohen Bewertungsprämie ausgehend.
Klarna-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Klarna-Analyse vom 14. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Klarna-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Klarna-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Klarna: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
