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Kioxia: Aktiensplit 1:3 ab 1. Oktober

Kioxia plant Aktiensplit nach Rekordquartal, stellt KI-Speicher vor und sieht sich erneut mit Übernahmegerüchten konfrontiert. Der Kurs bleibt volatil.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktiensplit 1:3 ab Oktober
  • Rekordumsatz durch KI-Nachfrage
  • Bain Capital verkauft Kioxia-Anteile
  • Western Digital sondiert erneute Fusion

Der japanische Speicherchip-Hersteller Kioxia hat binnen wenigen Tagen einen Aktiensplit beschlossen, neue Produkte für KI-Rechenzentren vorgestellt und sieht sich erneut mit Übernahmespekulationen rund um Western Digital konfrontiert. Die Aktie reagierte darauf zuletzt mit heftigen Ausschlägen: Am Freitag schloss das Papier bei 258,00 Euro, ein Minus von 5,15 Prozent zum Vortag. Damit liegt der Titel 58,45 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 621,00 Euro vom 22. Juni.

Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei

Der Vorstand beschloss am Montag einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei. Stichtag für die Berechtigung ist der 30. September, wirksam wird die Maßnahme am 1. Oktober. Parallel passt Kioxia die Satzung an und erhöht die Zahl der zugelassenen Aktien von 2,07 Milliarden auf 6,21 Milliarden. Der Schritt soll die Aktie für ein breiteres Anlegerpublikum handelbarer machen – bei einer Volatilität, die zuletzt ungewöhnlich hoch ausfiel.

Rekordquartal stärkt die Bilanz

Grundlage für die Kapitalmaßnahmen ist ein außergewöhnliches erstes Quartal des Fiskaljahres 2026, das Ende Juni endete. Kioxia meldete einen Umsatz von 1.767,1 Milliarden Yen, ein Plus von 415,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, und einen operativen Gewinn von 1.326,2 Milliarden Yen. Die operative Marge lag bei 75 Prozent – damit übertraf der Gewinn eines einzigen Quartals bereits den gesamten operativen Gewinn des vorangegangenen Geschäftsjahres. Treiber waren ein deutlich gestiegener durchschnittlicher Verkaufspreis sowie die anhaltend starke Nachfrage von Rechenzentren und Unternehmenskunden, die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz aufbauen.

Um die Aktionäre am Erfolg zu beteiligen, kündigte Kioxia zusätzlich ein Rückkaufprogramm über bis zu 30 Millionen Aktien an, umgerechnet 5,5 Prozent der ausstehenden Anteile, mit einem Volumen von maximal 800 Milliarden Yen. Der Rückkauf läuft seit Anfang August bis Ende Oktober. Die Barreserven kletterten zum Quartalsende deutlich, die Eigenkapitalquote sprang auf 51 Prozent von zuvor 38 Prozent und überschritt damit erstmals die Marke von 50 Prozent.

Für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 plant Kioxia durchschnittliche jährliche Investitionen von 470 Milliarden Yen, um die wachsende Nachfrage zu bedienen und in Technologien der nächsten Generation zu investieren. Für das laufende Kalenderjahr rechnet das Management mit einem deutlich zweistelligen Bit-Wachstum im NAND-Markt; für 2027 erwartet Kioxia, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt – ein Hinweis auf anhaltend feste Preise.

Bain Capital verkauft, Western Digital sondiert erneut

Der Finanzinvestor Bain Capital hat sich, wie Bloomberg berichtete, vollständig von seinem Anteil an Kioxia getrennt. Der Ausstieg markiert das Ende eines Engagements, das die japanische Technologie- und Investmentlandschaft über Jahre geprägt hatte. Kurz darauf wurde Medienberichten zufolge bekannt, dass Western Digital erneut Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit Kioxia aufgenommen habe, um die Produktion von NAND-Flashspeicher zu konsolidieren. Frühere Gesprächsrunden waren bereits ins Stocken geraten, unter anderem wegen unterschiedlicher Bewertungsvorstellungen und regulatorischer Bedenken.

Neue Produkte, aber auch ein teurer Rechtsstreit

Auf der Speicherchip-Messe FMS 2026 präsentierte Kioxia mehrere Neuheiten für KI-Infrastruktur. Die neue GP1-Serie der Super High IOPS SSDs nutzt die zweite Generation der XL-Flash-Speichertechnologie und erreicht nach Unternehmensangaben eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 10 Millionen IOPS. Am Donnerstag wurde die GP-Serie zudem als „Best of Show“ der Messe ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Sandisk stellte Kioxia am Mittwoch außerdem eine zehnte Generation von QLC-3D-Flashspeicher vor. Die Bitdichte steigt gegenüber der achten Generation um bis zu 60 Prozent und übertrifft mit einer 332-Lagen-Architektur erstmals 37 Gigabit pro Quadratmillimeter. Die Partnerschaft mit Sandisk ist strategisch verankert: Bereits im Januar hatten beide Unternehmen ihre Gemeinschaftsunternehmen Flash Alliance und Flash Partners bis Ende 2034 verlängert, wobei sich Sandisk verpflichtete, Kioxia von 2026 bis 2029 insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar für Fertigungsleistungen zu zahlen.

Weniger erfreulich verlief es zuletzt vor einem US-Gericht: Ein Bezirksgericht in Texas hatte Kioxia am 16. Juli wegen der Verletzung eines Patents von Viasat zu einer Zahlung von rund 229 Millionen US-Dollar verurteilt, wie Bloomberg Law berichtete. Kioxia bezeichnete das Urteil als „völlig unannehmbar“ und kündigte an, alle rechtlichen Mittel einschließlich einer Berufung auszuschöpfen. Nach Angaben des Unternehmens berührt das Verfahren die Lieferfähigkeit nicht.

Trotz der operativen Stärke bleibt die Aktie außergewöhnlich schwankungsanfällig. Vom Jahreshoch aus dem Juni hat sich der Kurs mittlerweile mehr als halbiert. Der anstehende Aktiensplit im Oktober und die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal dürften die nächsten Kursimpulse liefern.

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Diskussion zu Kioxia

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.