Der japanische Speicherchip-Spezialist Kioxia treibt seine Expansionspläne im NAND-Flash-Markt massiv voran. Gemeinsam mit dem Partner Sandisk wurde am vergangenen Donnerstag eine Investitionsinitiative in Höhe von mehr als 31 Milliarden US-Dollar angekündigt, was etwa 5 Billionen Yen entspricht. Diese Mittel sollen bis zum Jahr 2032 in den Ausbau der Infrastruktur und modernste Technologien fließen.
Die Anleger reagierten positiv auf die Wachstumsstrategie: Am heutigen Montag legt der Kurs des Papiers um 2,1 % zu und notiert bei 267,55 Euro. Damit setzt sich die überaus dynamische Entwicklung fort, die der Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 369 % bescherte.
Strategische Allianz in der Halbleiterfertigung
Die geplanten Investitionen von Kioxia und Sandisk zielen darauf ab, die bestehenden Produktionsstandorte in Japan technologisch aufzurüsten und zu erweitern. Im Fokus stehen dabei insbesondere das Werk in Yokkaichi sowie der Standort Kitakami.
Das Vorhaben steht allerdings unter dem Vorbehalt staatlicher Unterstützung durch die japanische Regierung. Die Partnerschaft der beiden Unternehmen soll durch diese langfristigen Zusagen gefestigt werden, um der steigenden Nachfrage nach Speichermedien, insbesondere für KI-Anwendungen und Rechenzentren, gerecht zu werden.
Parallel zu den Investitionsplänen rückt die Beziehung zum südkoreanischen Wettbewerber SK Hynix in den Fokus. Am vergangenen Donnerstag erklärte Kwak Noh-Jung, CEO von SK Hynix, dass sein Unternehmen Möglichkeiten prüfe, die Zusammenarbeit mit Kioxia zu vertiefen.
Laut Bloomberg betonte er jedoch, dass es für die Beteiligung, die SK Hynix indirekt hält, derzeit noch keine festen Pläne gebe. Man beobachte jedoch sehr genau, wie man den NAND-Flash-Markt gemeinsam für Kunden und Lieferanten weiterentwickeln könne. SK Hynix gilt faktisch als größter Anteilseigner, nachdem die Beteiligung von Toshiba am japanischen Chiphersteller vor gut drei Wochen sank.
Rekordzahlen durch Boom bei Rechenzentren
Die finanzielle Basis für diese Milliardeninvestitionen legte Kioxia mit einem außergewöhnlich starken ersten Geschäftsquartal, dessen Zahlen Anfang August präsentiert wurden. Der Umsatz kletterte auf einen Rekordwert von 1,77 Billionen Yen, was nahezu einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Besonders deutlich zeigte sich die Dynamik im Segment für SSD-Speicherlösungen, die in Rechenzentren eingesetzt werden. Hier konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als vervierfacht werden.
Die operative Marge erreichte im Berichtszeitraum einen Spitzenwert von 75 %, während das operative Ergebnis (Non-GAAP) mit 1,33 Billionen Yen mehr als das Doppelte des Vorjahresniveaus betrug. Durch die vollständige Rückzahlung vorrangiger Kredite hat Kioxia zudem eine Netto-Cash-Position erreicht und seine Eigenkapitalquote auf 51 % verbessert.
Kapitalmaßnahmen und Aktionärsstruktur
Das Vertrauen in die eigene finanzielle Stärke untermauerte das Unternehmen bereits Anfang August mit der Ankündigung eines umfangreichen Aktienrückkaufprogramms. Bis zu 800 Milliarden Yen sollen bis zum 30. Oktober in den Rückkauf von bis zu 30 Millionen Anteilen fließen, was etwa 5,5 % der ausstehenden Aktien entspricht. Eine bereits abgeschlossene Einziehung eigener Aktien wurde zudem Mitte August gemeldet.
Zudem kündigte Kioxia einen Aktiensplit im Verhältnis 3 zu 1 an, um die Handelbarkeit der Papiere zu erhöhen. Trotz der starken operativen Entwicklung und der Investitionsankündigungen liegt die Aktie aktuell rund 21 % unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt.
Analysten und Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob die ambitionierte Ausbau-Roadmap die Marktführerschaft im Bereich der Speicherchips weiter festigen kann, während sich die Eigentümerstruktur durch die indirekte Rolle von SK Hynix weiter verfestigt.
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