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Kioxia Aktie: SK hynix rückt über Wandelanleihen vor

Bain-Vehikel übernimmt mit 14,19 Prozent die Führung bei Kioxia. SK hynix könnte über Wandelanleihen faktisch die Kontrolle erlangen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bain Capital wird größter Kioxia-Aktionär
  • SK hynix hält Wandelanleihen mit Stimmrechten
  • Toshiba reduziert Anteil weiter
  • Kioxia-Aktie unter Druck in Tokio

Kioxia hat einen neuen größten Anteilseigner – und der ist über Umwege eng mit dem südkoreanischen Rivalen SK hynix verbunden. Die japanische Offenlegung vom Montag zeigt: Die Investmentgesellschaft BCPE Pangea Cayman2, ein von Bain Capital verwaltetes Vehikel, hält nun 14,19 Prozent der Stimmrechte an Kioxia und hat damit Toshiba als bisher größten Aktionär abgelöst.

Toshiba reduzierte seinen Anteil im Zuge von Verkäufen zwischen Mitte Juli und dem 3. August von zuvor 15,10 Prozent auf 14,06 Prozent. Brisant daran: SK hynix hält Wandelanleihen, die sich in nahezu sämtliche Stimmrechte des Vehikels umwandeln lassen – der koreanische Speicherchip-Konzern rückt damit faktisch an die Spitze der Kioxia-Eigentümerstruktur.

Toshiba tritt die Aktionärskrone ab

Der Wechsel an der Spitze der Aktionärsliste ist das Ergebnis eines längeren Rückzugs von Toshiba, das seinen Anteil seit der Übernahme durch das Konsortium um Japan Industrial Partners im Jahr 2023 sukzessive abbaut.

Mit dem jüngsten Verkauf von rund 5,4 Millionen Aktien sinkt der Toshiba-Anteil unter die Marke von SPC BCPE Pangea Cayman2, das mit 77,4 Millionen Aktien nun formal die größte Position hält. SK hynix selbst hatte bereits 2018 rund vier Billionen Won in Kioxia investiert, davon etwa 1,3 Billionen Won über das nun aufgestockte Spezialvehikel SPC2.

SK hynix hält die Zügel über Anleihen

Entscheidend ist die Konstruktion: SK hynix besitzt keine direkten Kioxia-Aktien, sondern Wandelanleihen, die praktisch das gesamte Stimmrecht des Fondsvehikels abdecken. Formal bleibt der koreanische Konzern jedoch an eine Obergrenze von 15 Prozent der Stimmrechte gebunden – eine Vereinbarung, die bis 2028 gilt und ohne Zustimmung Kioxias nicht überschritten werden darf.

Kioxia selbst hat in seiner Offenlegung vom Montag auf einen möglichen Interessenkonflikt hingewiesen und benennt SK hynix als Wettbewerber und Risikofaktor für das eigene Geschäft.

Eine direkte Managementbeteiligung von SK hynix gilt als unwahrscheinlich: Eine Umwandlung der Anleihen in echte Kontrolle würde kartellrechtliche Prüfungen erfordern, und in Japan dürfte ein solcher Schritt politisch heikel sein.

Der Vorgang trifft Kioxia in einer Phase, in der sich die Kräfteverhältnisse im NAND-Speichermarkt bereits verschoben haben. Das Unternehmen gilt als Pionier der NAND-Technologie, liegt im Markt aber inzwischen nur noch auf Platz drei hinter Samsung und SK hynix.

Nach Zahlen von TrendForce für das erste Quartal 2026 kommt Samsung auf einen Marktanteil von 31,6 Prozent, SK hynix auf 17,6 Prozent, Kioxia auf 13,9 Prozent. Der Marktforscher Counterpoint beziffert die Verhältnisse ähnlich mit 29, 18 und 14 Prozent. Damit rückt ausgerechnet der Konzern, der Kioxia im Wettbewerb überholt hat, nun auch als größter indirekter Kapitalgeber näher heran.

Kartellrecht und Politik als Hürden

Finanziell steht SK hynix derzeit robust da: Im zweiten Quartal verbuchte der Konzern einen nicht-operativen Gewinn aus Investitionsvermögen von 63,27 Billionen Won, mehr als der operative Gewinn von 60,54 Billionen Won. Das unterstreicht, welches Gewicht die Kioxia-Beteiligung inzwischen für die Bilanz des Konzerns hat.

Für Kioxia selbst bleibt die Frage, wie stark der Einfluss eines Wettbewerbers über ein indirektes Vehikel faktisch werden kann, obwohl die formale Stimmrechtsgrenze bei 15 Prozent liegt.

Kursreaktion: Volatilität bleibt hoch

In Tokio hatte die Kioxia-Aktie am Dienstag bei 48.000 Yen notiert, ein Rückgang von rund 56 Prozent gegenüber dem Hoch von etwa 111.200 Yen Ende Juni. Kioxia zählt mit einer Marktkapitalisierung von 26,31 Billionen Yen weiterhin zu den vier größten börsennotierten Unternehmen Japans.

Im deutschen Handel legte das Papier am heutigen Dienstag um 1,57 Prozent auf 254,95 Euro zu, nachdem es am Montag noch bei 251,00 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 17,49 Prozent zu Buche, und der Kurs liegt knapp 35 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 392,18 Euro.

Die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Wochen zeigt, wie nervös der Markt auf die Nachrichten rund um die Aktionärsstruktur reagiert – trotz der Beteuerung aller Beteiligten, dass eine direkte operative Einflussnahme von SK hynix vorerst nicht ansteht.

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Diskussion zu Kioxia

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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