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Kioxia Aktie: 14,7 Prozent Rückschlag

Nach einem Kursanstieg von 760 Prozent in sechs Monaten verliert Kioxia binnen Tagen deutlich an Wert. Experten sehen strukturelle Stabilisatoren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt 14,7 Prozent in einer Woche
  • Abstand zum Rekordhoch beträgt 15,75 Prozent
  • Topix-Neugewichtung könnte Verkaufsdruck abfedern
  • Operatives Geschäft mit KI-getriebenem Ausblick

Ein Kurssprung von fast 760 Prozent binnen sechs Monaten macht selten ohne Gegenbewegung Geschichte. Bei Kioxia zeigt sich jetzt die Kehrseite der Medaille. Der japanische Speicherchip-Hersteller hat innerhalb weniger Tage einen erheblichen Teil seiner Kursgewinne wieder abgegeben.

Der Kursrutsch nach der Rally

Die Aktie schloss am Montag bei 438,00 Euro. Das sind 14,70 Prozent weniger als noch vor sieben Handelstagen. Zum Rekordhoch von 519,90 Euro vom 30. Juni klafft mittlerweile eine Lücke von 15,75 Prozent.

Zur Einordnung: Selbst nach dem Rückschlag notiert Kioxia noch 361,05 Prozent über dem Jahrestief von 95,00 Euro vom 9. März. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 249,52 Euro liegt weit unter dem aktuellen Kurs — ein Abstand von 75,54 Prozent. Die Aktie bleibt also trotz der Korrektur extrem teuer im historischen Vergleich.

Am 3. Juli brach der Titel an der Tokioter Börse zeitweise um fast 9 Prozent ein. Der Nikkei 225 rutschte im selben Umfeld auf sein tiefstes Niveau seit dem 15. Juni. Nur wenige Tage zuvor hatte die Aktie noch einen Freudensprung hingelegt: Bei umgerechnet 83.300 Yen stand ein Tagesplus von 9,23 Prozent zu Buche, der Jahresgewinn kletterte auf rund 698 Prozent.

Am 6. Juli setzte sich die Nervosität fort. Der Nikkei 225 verlor 824,93 Punkte und schloss bei 68.919,14 Zählern. Angeführt wurde der Ausverkauf von Technologiewerten: Kioxia gab um 2,1 Prozent nach, Taiyo Yuden brach um 10,6 Prozent ein, SoftBank Group verlor 3,1 Prozent.

Auf dem Höhepunkt der Rally hatte Kioxia mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 45 Billionen Yen — umgerechnet etwa 281 Milliarden Dollar — kurzzeitig sogar Toyota als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Japans abgelöst. Ein bemerkenswerter Rollentausch für einen Speicherchip-Hersteller.

Passive Fondsflüsse als möglicher Stabilisator

Trotz der scharfen Schwankungen bleibt ein struktureller Rückenwind bestehen. Die Analysten von SMBC Nikko Securities rechnen mit passiven Mittelzuflüssen von rund 3 Billionen Yen, umgerechnet 18,5 Milliarden Dollar. Grund dafür ist eine anstehende Neugewichtung im Topix-Index.

Die Tokioter Börsenaufsicht JPX will die Free-Float-Quote von Kioxia im Oktober von 15 auf 50 Prozent anheben. Das würde die Gewichtung der Aktie im Topix mehr als verdreifachen. Indexfonds und ETFs müssten ihre Bestände dann deutlich aufstocken — ein Effekt, der kurzfristigen Verkaufsdruck abfedern könnte.

Operatives Geschäft trotzt der Kursturbulenz

Während der Aktienkurs schwankt, läuft das operative Geschäft ungebremst weiter. Am 3. Juli öffnete Kioxia im Kitakami-Werk ein neues Produktionsgebäude für die Presse. Aus dem zweiten Fertigungsgebäude laufen bereits erste Musterlieferungen des 3D-NAND-Flashspeichers der zehnten BiCS-FLASH-Generation.

CEO Hiroo Ota zeigte sich gegenüber Journalisten zuversichtlich: „Die KI-Nutzung wächst rasant. Wir wollen die Produktion im zweiten Fertigungsgebäude ausbauen und auf das Marktwachstum reagieren.“ Je nach Nachfrageentwicklung prüft der Konzern zudem den Bau eines dritten Fertigungsgebäudes namens K3.

Beim Ausblick bleibt Kioxia offensiv. Für 2026 erwartet der Konzern ein Bit-Wachstum von 15 bis 19 Prozent. Für 2027 rechnet das Management sogar mit einem Nachfrageüberhang, bei dem die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Ausblick: Volatilität bleibt hoch

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 165,12 Prozent, der RSI notiert bei 61,6. Beide Werte signalisieren: Der Kurs reagiert weiterhin extrem empfindlich auf jede Stimmungsänderung rund um den KI-Boom. Marktbeobachter von TradingEconomics sehen die jüngsten Bewegungen als Teil einer breiteren Rotation weg von Technologiewerten.

Sorgen um Überkapazitäten und wachsende Konkurrenz aus China treiben diese Entwicklung mit an. Ob die erwarteten Topix-Zuflüsse im Oktober die kurzfristigen Gewinnmitnahmen ausgleichen können, hängt maßgeblich von der Preisentwicklung bei NAND-Speicherchips und den Investitionsplänen der KI-Branche in der zweiten Jahreshälfte ab.

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