Die Aktionäre der KAP AG haben auf der 40. ordentlichen Hauptversammlung in Fulda den Weg für einen tiefgreifenden Konzernumbau freigemacht. Wie das Unternehmen mitteilte, stimmte die Versammlung sämtlichen Beschlussvorschlägen der Verwaltung zu. Im Zentrum der Strategie steht ein umfassendes Restrukturierungsprogramm, das bis zum Geschäftsjahr 2028 einen positiven Ergebniseffekt zwischen 15 Millionen Euro und 18 Millionen Euro generieren soll.
Bündelung der Führung und operative Einschnitte
Parallel zum strategischen Umbau hat sich die Führungsstruktur der KAP AG verändert. Das Unternehmen gab bereits im Vorfeld das Ausscheiden des bisherigen Vorstandssprechers Marten Julius bekannt. In der Folge übernahm Ralph Rumberg die alleinige Verantwortung im Vorstand und agiert nun in Personalunion als CEO sowie als Chief Restructuring Officer (CRO). Diese Konsolidierung der Führung geht mit deutlichen Kapazitätsanpassungen in der Produktion einher.
CEO Ralph Rumberg konkretisierte im Rahmen der Hauptversammlung die geplanten Schließungen von Standorten. Während das Werk in Leisnig bereits Ende 2025 den Betrieb einstellte, steht dem Produktionsstandort in Hessisch Lichtenau das Ende bevor. Die Schließung dieses Werks, das zum Segment engineered products gehört, ist bis Mitte 2027 vorgesehen. Diese Maßnahmen sind Teil des Vorhabens, die Kostenstruktur des Konzerns nachhaltig zu verbessern.
Belastungen durch Bilanzverlust und Wertminderungen
Die Notwendigkeit des Umbaus wird durch den geprüften Geschäftsbericht für das Jahr 2025 unterstrichen. Der Konzernumsatz sank um 4,4 Prozent auf 241,4 Millionen Euro, während das normalisierte EBITDA auf 20,9 Millionen Euro zurückging. Besonders schwer wiegt das Konzernjahresergebnis, das mit einem Minus von 67,5 Millionen Euro schloss. Wesentlicher Treiber für diesen Fehlbetrag waren außerplanmäßige Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte.
Diese Wertminderungen beliefen sich auf insgesamt 50,9 Millionen Euro. Ein Großteil dieser Abschreibungen entfiel mit 44,2 Millionen Euro auf das Segment surface technologies. Infolge des Bilanzverlustes bestätigte die KAP AG zudem den Verzicht auf eine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2025. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis des Unternehmens wieder zu festigen, nachdem die Quote zuletzt auf 23,9 Prozent gesunken war. An der Börse wird die Lage weiterhin vorsichtig bewertet; der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 1,78 Euro, was einem Rückgang von 9,18 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht.
Langfristige Finanzierung und Ausblick
Trotz der operativen Herausforderungen konnte die KAP AG die finanzielle Stabilität durch ein neues Refinanzierungskonzept sichern. Medienberichten zufolge wurde mit einem Bankenkonsortium eine Vereinbarung über 96,0 Millionen Euro getroffen, die eine Laufzeit bis zum 30. März 2029 vorsieht. Diese Vereinbarung ist jedoch an Bedingungen geknüpft: Das Unternehmen hat sich zu einem M&A-Prozess verpflichtet, bei dem Vermögenswerte veräußert werden sollen, um Pflichtsondertilgungen zu leisten.
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Management Umsatzerlöse in einer Spanne von 230,0 Millionen Euro bis 250,0 Millionen Euro. Das normalisierte EBITDA wird zwischen 19,0 Millionen Euro und 23,0 Millionen Euro erwartet. Damit setzt die Führung darauf, dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen und die Fokussierung der Segmente zeitnah Wirkung zeigen, um den Konzern mittelfristig wieder auf einen stabilen Ergebnispfad zu führen.
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