Kalray setzt auf zwei Hebel: mehr industrielle Partnerschaften und ein Geschäftsmodell mit schnelleren Erlösen. Der französische DPU-Spezialist arbeitet daran, seine Datenverarbeitungstechnik stärker in AI-, HPC- und Edge-Anwendungen zu verankern. Der Kurs reagiert darauf mit Wucht. Am Montag sprang die Aktie auf 12,56 Euro und markierte damit ein neues Hoch; seit Freitagabend liegt das Plus bei 12,95 Prozent.
Arm und Openchip als Anker
Im Zentrum steht die Zusammenarbeit mit Arm. Kalray will seine Beschleunigertechnologie in das Arm-Ökosystem einbinden und plant, die Neoverse-CMN-Interconnect-Technologie in das nächste Chiplet „Dolomites“ zu integrieren. Damit soll die Hardware für Entwickler in unterschiedlichen Branchen besser nutzbar werden.
Parallel dazu vertieft Kalray die Kooperation mit Openchip. Beide Seiten arbeiten an DPU-Lösungen für KI-Systeme und Hochleistungsrechner. Vorgesehen ist auch eine angepasste Version der Kalray-DPU für künftige HPC-Systeme und sogenannte AI-Gigafactories.
Vom Hardwarebauer zum Lizenzmodell
Wichtiger als der reine Technologiestatus ist der strategische Umbau des Geschäfts. Kalray fokussiert sich stärker auf Lizenzen, gemeinsame Entwicklung und höherwertige Dienstleistungen. Das Ziel: schneller zu Geld kommen und nicht nur auf klassische Hardware-Zyklen angewiesen sein.
Die Firma befindet sich nach eigener Darstellung in Gesprächen mit Industriepartnern aus den Bereichen KI, HPC, Telekom und Verteidigung. Dabei geht es um Beschleunigungslösungen auf Basis der eigenen IP-Module und des Entwicklerteams. Für einen kleinen Halbleiterspezialisten ist das der naheliegende Weg, um Reichweite aufzubauen, ohne die Kapitaldecke zu überdehnen.
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Technologie mit breitem Einsatzfeld
Kalrays MPPA-Architektur bildet die Basis der DPU-Beschleuniger. Das Unternehmen hält mehr als 30 Patentfamilien, etwa für AI-NPU-Kerne, Hardware-Beschleuniger und Hochgeschwindigkeits-Interconnects. Eingesetzt werden die Bausteine in Storage- und Netzwerkanwendungen, aber auch in sicherheitskritischen Embedded-Systemen für Luftfahrt, Verteidigung und Autoindustrie.
Die Börse bewertet den Titel derzeit wie einen High-Beta-Wert. Über sieben Tage liegt die Aktie rund 52 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn sogar um 922,80 Prozent. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt ist mit gut 100 Prozent enorm. Auch die Schwankung bleibt hoch: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 162,78 Prozent.
Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob aus den Gesprächen mit Arm, Openchip und weiteren Industriepartnern belastbare Aufträge werden. Ohne neue Verträge bleibt die Aktie vor allem ein Spekulationstitel auf die nächste Stufe der Kommerzialisierung.
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