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Symbolbild, KI-generiert

Kaffeepreis: Arabica springt um 8,66 Prozent

Kaffeepreise bleiben laut Lavazza-Chef für zwei Jahre hoch. El Niño und mögliche US-Zölle belasten den Markt zusätzlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Arabica-Kurs steigt deutlich
  • Lavazza erwartet keine Entspannung
  • US-Zölle auf Brasilien drohen
  • Ernte bleibt hinter Erwartungen

Der Kaffeemarkt erlebt turbulente Zeiten. Der Kurs für Arabica-Futures legte am Donnerstag um 8,66 Prozent auf 340,75 US-Dollar zu. Doch die Erleichterung könnte trügerisch sein – Branchenkenner sehen kurzfristig keine Trendwende.

Lavazza-Chef bremst Hoffnungen

Giuseppe Lavazza, Vorsitzender des italienischen Kaffeekonzerns, machte deutlich: Niedrigere Preise sind in den nächsten zwei Jahren unwahrscheinlich. Die Gründe liegen auf den Plantagen. Das Klimaphänomen El Niño belastet die Anbaugebiete in Brasilien und Vietnam massiv. Die Ernte fällt schlecht aus, die globalen Bestände schrumpfen.

Laut Lavazza braucht es mindestens zwei aufeinanderfolgende, ertragreiche Ernten, um die Lager wieder zu füllen. Erst dann könnte sich der Markt beruhigen. Die derzeitige Volatilität nennt der Konzern eine „neue Konstante“ im Kaffeehandel.

US-Zölle drohen

Politische Risiken kommen hinzu. Die US-Regierung unter Donald Trump prüft Importzölle von bis zu 25 Prozent auf brasilianische Waren. Die National Coffee Association warnt eindringlich davor.

Der Grund: Brasilien deckt rund ein Drittel des US-Bedarfs an Rohkaffee. Auch bei Instantkaffee sind die Amerikaner stark von Importen abhängig – die eigene Produktion erreicht weniger als sechs Prozent des Verbrauchs. Höhere Zölle würden die Inflation bei Lebensmitteln weiter anheizen.

Eine Entscheidung der US-Handelsbehörde USTR wird für Mitte Juli erwartet.

Ernte bleibt hinter Erwartungen zurück

Die brasilianische Kaffeeernte kommt nur schleppend voran. Der Fortschritt liegt deutlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt. El Niño stört weiterhin die notwendigen Regenfälle.

Der Kurs zeigt die Nervosität: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 281,21 US-Dollar, der aktuelle Preis übertrifft ihn um 21 Prozent. Der RSI von 65 signalisiert weder überkauft noch überverkauft.

Das 52-Wochen-Hoch bei knapp 438 US-Dollar ist noch 22 Prozent entfernt. Das 52-Wochen-Tief markierte der Markt erst Anfang Juni bei 238,85 US-Dollar.

Anleger richten den Blick nun auf die Ernteberichte aus Südamerika und die Zollentscheidung aus Washington. Beide Faktoren werden die Richtung in den kommenden Wochen bestimmen.

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