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Kaffeepreis: 71,9 Millionen Säcke aus Brasilien

Rekordernte in Brasilien und steigende Exporte aus Vietnam lassen die Kaffeepreise auf ein 19-Monats-Tief fallen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordernte in Brasilien erwartet
  • Vietnam steigert Kaffeeexporte deutlich
  • Arabica-Preis auf 19-Monats-Tief gefallen
  • Angebotsüberschuss von bis zu 10 Mio. Säcken

Die Kaffeepreise stürzen massiv ab. Händler blicken auf einen Markt, der von einem riesigen Angebotsüberhang überrollt wird. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) rechnet für die kommende Saison mit einer Rekordernte in Brasilien.

Brasilien flutet den Weltmarkt

Das USDA erwartet für das wichtigste Anbauland eine Ernte von 71,9 Millionen Säcken. Das entspricht einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Markt reagiert nervös auf diese Prognose.

Marktexperten von StoneX und Rabobank haben ihre Schätzungen bereits angepasst. Sie erwarten einen globalen Überschuss von bis zu 10 Millionen Säcken. Das wäre der größte Angebotsüberhang seit sechs Jahren.

Exportoffensive in Vietnam

Parallel dazu liefert Vietnam deutlich mehr Ware. Der weltweit größte Produzent der Sorte Robusta steigerte seine Exporte in fünf Monaten um 7,9 Prozent. Insgesamt verließen 922.000 Tonnen Kaffee das Land.

Die Folge: An den Terminbörsen brechen die Notierungen ein. Arabica-Kaffee markierte bei etwa 2,56 USD pro Pfund ein 19-Monats-Tief. Seit Jahresanfang verlor der Rohstoff bereits 30,77 Prozent an Wert.

Der Preis liegt aktuell bei 247,35 USD. Damit notiert er nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 246,85 USD. Die psychologisch wichtige Marke wackelt.

Logistik gegen Überfluss

Trotz der hohen Ernteprognosen bleiben die Lagerbestände vorerst knapp. Die zertifizierten Bestände der ICE fielen auf rund 426.000 Säcke. Dieser Kontrast sorgt für eine extrem hohe Volatilität im täglichen Handel.

Zusätzliche Unsicherheit bringen die Spannungen im Roten Meer. Diese erschweren die kurzfristige Logistik massiv. Dennoch bleibt der fundamentale Druck durch die erwarteten Rekordernten bestehen.

Am 10. Juli veröffentlicht die ICE neue Bestandsdaten. Diese Zahlen werden zeigen, ob der physische Markt trotz der Ernteschwemme angespannt bleibt.

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