Die Aktie von Johnson & Johnson geriet am Dienstag unter Druck und verlor im nachbörslichen Handel 0,4 Prozent. Auslöser war eine Empfehlung einer Sonderbeauftragten in einem langwierigen Rechtsstreit um Talkum-haltige Produkte des Konzerns.
Die pensionierte US-Bezirksrichterin Freda Wolfson empfahl am Dienstag, dass Experten der Klägerseite vor Gericht aussagen dürfen. Diese Experten wollen einen Zusammenhang zwischen den Talkum-Produkten des Konzerns und Eierstockkrebs belegen. Wolfson kam in ihrer 658-seitigen Entscheidung zu dem Schluss, dass die Experten der Kläger verlässliche Methoden angewendet hätten, um ihre Ansicht zu stützen.
Mehr als 67.500 Klagen anhängig
Die Empfehlung betrifft eine Sammelklage am Bundesgericht in New Jersey, in der mehr als 67.500 Klagen gebündelt sind. Tausende Frauen werfen dem Pharmakonzern vor, dass dessen Babypuder und andere Talkum-Produkte ihren Krebs verursacht hätten. Mit der Zulassung der Expertenmeinungen könnte noch in diesem Jahr der erste Prozess auf Bundesebene stattfinden.
Für Johnson & Johnson ist die Entscheidung ein Rückschlag. In Produkthaftungsklagen hängt der Erfolg der Kläger oft entscheidend davon ab, ob Experten den ursächlichen Zusammenhang zwischen Produkt und Schaden wissenschaftlich belegen dürfen. Genau das hatte der Konzern verhindern wollen.
Drei gescheiterte Insolvenzversuche
Der Pharmakonzern hatte bereits dreimal versucht, die Klagen über ein Insolvenzverfahren abzuwenden – zuletzt im April 2025. Alle drei Versuche scheiterten vor Bundesgerichten. Diese Insolvenzstrategien hatten die meisten Verfahren jahrelang auf Eis gelegt.
Johnson & Johnson stoppte 2020 den Verkauf von Talkum-basiertem Babypuder in den USA und wechselte zu einem Maisstärke-Produkt. Der Konzern bestreitet weiterhin, dass seine Produkte Krebs verursachen oder Asbest enthalten.
Milliardenurteile in Einzelverfahren
Vor den Insolvenzversuchen hatte der Konzern in Einzelverfahren auf bundesstaatlicher Ebene ein gemischtes Bild abgeliefert. In einigen Fällen wurden den Klägern Entschädigungen in Milliardenhöhe zugesprochen – das höchste Urteil belief sich auf 4,69 Milliarden Dollar für 22 Frauen. Andere Verfahren gewann Johnson & Johnson.
Parallel kämpft der Konzern auch gegen Klagen wegen Mesotheliom, einer seltenen und tödlichen Krebsart. Im Dezember wurde der Konzern in Baltimore zu einer Zahlung von mehr als 1,5 Milliarden Dollar verurteilt.
Die Empfehlung von Wolfson muss noch von Richter Michael Shipp bestätigt werden, der die Sammelklage überwacht. Weitere Anhörungen sind für Ende Januar und Anfang Februar angesetzt.
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