Ein bemerkenswerter Langzeiterfolg in der Onkologie rückt die Pharma-Pipeline von Johnson & Johnson zu Wochenbeginn in den Mittelpunkt. Wie der US-Konzern am Freitag mitteilte, zeigen neue Daten der Phase-2-Studie CARTITUDE-2 eine anhaltende Wirksamkeit der Krebstherapie Carvykti.
Bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom in frühen Behandlungslinien blieben 50 Prozent der Studienteilnehmer – konkret zehn von 20 Behandelten – über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren am Leben und progressionsfrei. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass dieses Resultat ohne eine anschließende Erhaltungstherapie erzielt wurde.
Dauerhafte Remissionen beim multiplen Myelom
Das multiple Myelom gilt in der Onkologie als schwer behandelbare Krebserkrankung des Knochenmarks, bei der Rückfälle häufig sind. Umso größeres Gewicht haben klinische Langzeitergebnisse, die ein krankheitsfreies Überleben über ein halbes Jahrzehnt hinweg belegen.
Carvykti, eine gemeinsam entwickelte CAR-T-Zelltherapie, adressiert genau jene Patientengruppen, deren Erkrankung nach vorangegangenen Therapielinien erneut ausgebrochen ist oder auf Standardbehandlungen nicht mehr ansprach.
Dass die Hälfte der erfassten Patienten über fünf Jahre hinweg ohne weiteres Fortschreiten der Krankheit überlebte, unterstreicht das therapeutische Potenzial des Ansatzes im Markt für Zelltherapien. An der Börse präsentiert sich der US-Gesundheitskonzern derweil in robuster Verfassung: Mit einem aktuellen Kurs von 239,90 Euro notiert das Papier am heutigen Montag lediglich 1,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 242,55 Euro.
Portfolio-Umbau und Bewegung in der Forschungspipeline
Parallel zu den Fortschritten in der Onkologie treibt der Konzern die Bereinigung seiner Geschäftsfelder voran. Bloomberg berichtete am 11. September, dass sich der Finanzinvestor Apollo Global Management in Verhandlungen befindet, um die Orthopädie-Sparte DePuy Synthes von Johnson & Johnson für knapp 20 Milliarden $ zu übernehmen.
Neben einem Verkauf an Finanzinvestoren prüft das Management des Gesundheitskonzerns Medienberichten zufolge allerdings auch eine Abspaltung der Sparte über den Kapitalmarkt.
In der Medikamentenentwicklung zeigten sich abseits der Onkologie zuletzt gemischte Tendenzen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters erreichte eine Spätphasenstudie mit dem Wirkstoff Caplyta bei bipolarer Manie ihren primären Endpunkt, was den Weg für eine Indikationserweiterung des Präparats ebnen könnte.
Zudem belegten Daten für den Antikörper Tremfya eine signifikante Linderung von Wirbelsäulenschmerzen und Steifheit bei Patienten mit axialer Psoriasis-Arthritis, nachgewiesen mittels Magnetresonanztomographie.
Nicht jedes Projekt verläuft indes nach Plan: Am 14. September teilte Contineum Therapeutics mit, dass ein gemeinsam mit Johnson & Johnson untersuchtes experimentelles Medikament gegen Depressionen das Hauptziel einer Phase-2-Studie verfehlt hat. Die starken Fünfjahresdaten zu Carvykti liefern den Anlegern nun jedoch einen handfesten Beleg für die Ertragskraft der führenden Onkologie-Programme.
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