Für Jeronimo Martins wird der Heimatmarkt Polen zum Risiko. Die Analysten von Bernstein erwarten ein „schwieriges“ zweites Quartal – und das hat einen handfesten Grund: In Polen sinken die Preise.
Das ist für den portugiesischen Einzelhandelskonzern brisant. Denn Tochter Biedronka, Polens größte Discounterkette, bringt mehr als 70 Prozent der Umsätze und rund 80 Prozent des operativen Gewinns. Ein deflationäres Umfeld drückt direkt aufs Geschäft.
Inflation fällt – Umsatz leidet
Die jüngsten Daten der polnischen Statistikbehörde bestätigen den Trend. Im Juni sank die jährliche Inflationsrate auf 2,5 Prozent. Besonders schmerzhaft: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke fielen im Jahresvergleich um 0,3 Prozent. Für einen Discounter wie Biedronka, der mit hohen Volumina arbeitet, ist das eine Belastungsprobe.
Die Analysten von Bernstein haben ihre Gewinnerwartungen für den Konzern bereits gesenkt. Ein konkretes Kursziel nannten sie nicht. Die Warnung reichte jedoch, um die ohnehin angeschlagene Aktie weiter unter Druck zu setzen.
Die Papiere schlossen am Montag bei 16,47 Euro – nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 16,30 Euro, das erst am 3. Juli erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund 19,4 Prozent verloren. Der 14-Tage-RSI liegt bei 28,7 Punkten. Technisch gilt das als überverkauft. Vom 50-Tage-Durchschnitt (18,26 Euro) ist der Kurs gut 9,8 Prozent entfernt.
Der Gegenwind aus Polen dürfte anhalten, solange die Inflationszahlen weiter fallen. Die offizielle Veröffentlichung des zweiten Quartals wird zeigen, wie stark Biedronka tatsächlich leidet.
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