Japans Dienstleister haben ihre Preise im September in historischem Tempo angehoben. Der anhaltende Preisdruck im Dienstleistungssektor verstärkt die Erwartung, dass die Bank of Japan bereits bei ihrer nächsten Zinssitzung im Oktober die Leitzinsen weiter straffen könnte.
Schwächeres Wachstum bei steigenden Abgabepreisen
Die Geschäftstätigkeit im japanischen Dienstleistungssektor verlor zuletzt an Schwung. Der Einkaufsmanagerindex für die Branche sank im September von 52,5 Punkten im Vormonat auf 51,3 Zähler. Der Wert notiert dennoch weiter oberhalb der Referenzlinie von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt.
Dahinter stand vor allem eine schwächere Inlandsnachfrage sowie ein anhaltender Rückgang der Exportaufträge. Um bestehende Arbeitsrückstände abzuarbeiten, stellten viele Betriebe dennoch zusätzliches Personal ein. Parallel dazu hellte sich der Ausblick der Unternehmen auf Sicht der kommenden zwölf Monate auf den höchsten Stand seit Juni auf.
Zinsschritt im Oktober wird wahrscheinlicher
Die Teuerung bei den Vorleistungskosten verlangsamte sich zwar auf ein Sechs-Monats-Tief, blieb im historischen Vergleich aber hoch. Entsprechend gaben die Unternehmen diese Belastungen an ihre Kundschaft weiter: Die verlangten Preise stiegen mit einer der schärfsten Raten in der Geschichte der Erhebung. Dies erzeugt anhaltenden Auftrieb für die Verbraucherpreisinflation, die im August bei 1,9 Prozent lag und damit nur knapp unter dem offiziellen Stabilitätsziel von 2 Prozent notierte.
Die Kombination aus anhaltender Preissetzungsmacht und moderatem Wirtschaftswachstum liefert den Währungshütern handfeste Argumente. Selbst mit der leichten Abkühlung im September, bei der die gesamte Wirtschaftsleistung auf einen Indexwert von 52,3 Punkten nach 53,5 Punkten im August nachgab, bleibt das Fundament expansiv. Bei der anstehenden Sitzung der Bank of Japan im Oktober gewinnt das Szenario einer weiteren Zinserhöhung damit konkrete Konturen.
