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ITM Power Aktie: Kurs fällt trotz 46,5-Millionen-Förderung

Trotz offizieller Förderzusage von 46,5 Mio. Pfund fällt die ITM-Power-Aktie weiter. Analysten sehen operative Risiken und hohe Volatilität.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Britische Regierung bestätigt Millionen-Förderung
  • Aktie setzt Abwärtstrend trotz guter Nachricht fort
  • Analysten uneins über Ausführungsrisiken
  • Jahresbericht als nächster wichtiger Termin

Eigentlich müsste die Nachricht für Jubel sorgen: Die britische Regierung hat einer Förderung in Höhe von 46,5 Millionen Pfund für ITM Power offiziell zugestimmt. Die Aktie des Elektrolyseur-Herstellers reagiert trotzdem mit einem weiteren Rücksetzer. Der Kurs fällt auf 1,36 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent zum Vortag und Teil einer siebentägigen Verlustserie von fast acht Prozent.

Das Muster ist eindeutig: Der Markt hatte die Förderzusage längst eingepreist. Was jetzt zählt, ist nicht mehr das Geld vom Staat, sondern das, was ITM Power damit tatsächlich baut.

Die Bewilligung ist da, doch der Kurs bleibt kalt

Die 46,5 Millionen Pfund vom britischen Ministerium für Energiesicherheit und Net Zero waren bereits im April angekündigt worden. Diese Woche kam die formale Bestätigung. Zusammen mit einer Kapitalspritze von 40 Millionen Pfund durch Great British Energy soll das Geld eine neue Fertigungslinie für den Chronos-Elektrolyseur-Stack finanzieren, ITM Powers Technologie der nächsten Generation.

Gebaut wird die Anlage im bestehenden Werk in Sheffield. Dort nutzt das Unternehmen Fertigungs-Know-how, das über Jahre in die aktuelle Trident-Produktionslinie eingeflossen ist.

Eigentlich hätte damit ein Unsicherheitsfaktor wegfallen müssen, der die Aktie wochenlang belastet hat. Stattdessen bleibt der Titel in seiner Korrekturphase gefangen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,58 Euro, erreicht am 29. Mai, hat die Aktie fast die Hälfte ihres Werts verloren. Zum 52-Wochen-Tief von 0,65 Euro im Februar liegt trotzdem noch ein Plus von über 110 Prozent.

Analysten sehen Ausführungsrisiko

Parallel zur Förderbestätigung äußern sich Analysten vorsichtiger zur finanziellen Lage. ITM Power schreibt weiterhin operative Verluste, der freie Cashflow ist negativ. Die Bilanz stützt sich dabei auf eine vergleichsweise niedrige Verschuldung.

Technisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der 14-Tage-RSI liegt bei 42,2 – neutral, weder klares Kauf- noch Verkaufssignal. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit über 106 Prozent extrem hoch. Das unterstreicht, wie stark die Aktie weiterhin auf einzelne Nachrichten reagiert.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,72 Euro fehlen der Aktie derzeit fast 21 Prozent. Zum langfristigeren 200-Tage-Durchschnitt von 1,07 Euro liegt sie dagegen gut 27 Prozent im Plus. Diese Divergenz spricht für einen kurzfristigen Rücksetzer innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends.

Gespaltene Meinungen an der Wall Street

Die formale Bewilligung folgte auf wochenlange Spekulationen rund um die Prüfung des gesamten 86,5-Millionen-Pfund-Förderpakets durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA. Die Analystenmeinungen zu ITM Power gehen entsprechend auseinander.

Berenberg zeigt sich deutlich zuversichtlicher und hebt das Kursziel von 110 auf 200 Pence an. Morgan Stanley hat die Aktie ebenfalls hochgestuft. Andere Häuser bleiben skeptischer, was das Ausführungsrisiko und den Zeitpunkt konkreter finanzieller Fortschritte angeht.

Der nächste Test kommt im dritten Quartal

Mit der gesicherten Förderung verschiebt sich der Fokus von der Regulatorik zur operativen Umsetzung. Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der Jahresbericht, den das Management für das dritte Kalenderquartal 2026 angekündigt hat. Begleitet wird er von Fortschrittsmeldungen zum Hochlauf der Chronos-Produktion in Sheffield.

Bis konkrete Fertigungszahlen vorliegen, dürfte die Aktie volatil bleiben und stärker von Stimmungsschwankungen getrieben werden als von der Förderzusage selbst. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von knapp 88 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es gut 37 Prozent – der langfristige Trend bleibt trotz der aktuellen Flaute intakt.

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Diskussion zu ITM Power

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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