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ITM Power Aktie: 46,5 Millionen Pfund bestätigt

Britische Regierung bestätigt Förderung für ITM Powers Chronos-Linie. Finanzierung für die Gigawatt-Fabrik in Sheffield ist nun endgültig gesichert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Staatliche Förderung von 46,5 Mio. Pfund
  • Chronos-Linie soll Gigawatt-Kapazität erreichen
  • Great British Energy beteiligt sich mit 40 Mio.
  • Aktie trotz Zuschuss im Wochenminus

Wochenlang hing die Finanzierung für ITM Powers wichtigste Fabrikinvestition in der Schwebe. Jetzt ist die Unsicherheit vom Tisch: Das britische Ministerium für Energiesicherheit und Net Zero hat einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund formell bestätigt. Das Geld fließt in die neue Chronos-Produktionslinie für Elektrolyseure in Sheffield.

Der Zuschuss ist da

Die Bewilligung war bereits im April angekündigt worden, verzögerte sich aber in der behördlichen Prüfung. Diese Verzögerung sorgte für Nervosität, schließlich hängt an der Chronos-Linie ein Großteil von ITM Powers Wachstumsplan. Zusätzlich zum staatlichen Zuschuss bringt Great British Energy eine Kapitalbeteiligung von 40 Millionen Pfund ein.

Die neue Linie soll in den bestehenden Werken in Sheffield entstehen. ITM Power nutzt dafür Produktionsprozesse, die bereits für die Trident-Linie entwickelt wurden. Das soll das Ausführungsrisiko senken und gleichzeitig eine skalierbare Plattform mit hohem Durchsatz schaffen.

CEO Dennis Schulz nennt die Bewilligung einen „entscheidenden Schritt“, um das Unternehmen ins Zentrum der britischen Wasserstoffwirtschaft zu rücken.

Eine Gigawatt-Fabrik entsteht

Die Chronos-Linie soll am Ende bis zu ein Gigawatt Jahreskapazität liefern. Möglich machen das automatisierte Fertigung, spezialisierte Ausrüstung und Reinraum-Produktion. ITM Power will außerdem modulare Testsysteme und Prüfgeräte selbst herstellen, um den Hochlauf abzusichern.

Das Management sieht in dem Projekt mehr als nur eine Werkserweiterung. Sheffield, historisch eine Stahlstadt, soll sich zu einem Zentrum für Wasserstofftechnologie entwickeln. Die Investition soll die Position als Schlüssellieferant für britische Wasserstoffprojekte festigen.

Die Zahlen bleiben eine Baustelle

Der staatliche Rückenwind ändert nichts an der operativen Realität. ITM Power schreibt weiterhin Verluste, der operative Cashflow und der freie Cashflow sind negativ. Immerhin: Die Bilanz zeigt eine vergleichsweise niedrige Verschuldung.

Analysten sehen zudem Ausführungsrisiken. Das Management berichtet zwar von besserer Auftragsqualität und wachsenden Chancen im Auftragsbuch. Wann sich diese Aufträge tatsächlich in Umsatz verwandeln, bleibt aber offen.

Kurs zeigt die Achterbahn

Am Freitag schloss die Aktie bei 1,35 Euro, ein Minus von 1,95 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 8,51 Prozent zu Buche. Das kommt nach einer starken Vorwoche, in der Grant-News, Insiderkäufe und Analysten-Upgrades die Kurse beflügelt hatten.

Der langfristige Blick zeigt trotzdem ein anderes Bild. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 86,77 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es 36,73 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,58 Euro aus Ende Mai liegt die Aktie zwar 47,44 Prozent entfernt, zum 52-Wochen-Tief bei 0,65 Euro im Februar beträgt der Abstand aber 109,10 Prozent.

Technisch notiert das Papier 21,20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,72 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,07 Euro bleibt ein Polster von 26,31 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 106 Prozent — ein Wert, der die extremen Ausschläge der vergangenen Monate widerspiegelt. Der RSI von 42 signalisiert trotz des jüngsten Rücksetzers keine überverkaufte Lage.

Mit dem formell gesicherten Zuschuss und der Kapitalspritze von Great British Energy hat ITM Power eine zentrale Finanzierungshürde für die Gigawatt-Fabrik genommen. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt später: Ob sich das staatlich geförderte Produktionsprojekt in tatsächlichen Umsatz aus dem Auftragsbestand übersetzen lässt, dürfte die Berichterstattung bis zu den nächsten Jahreszahlen prägen.

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