Startseite » Aktien » ITM Power Aktie: 400 Prozent in zwölf Monaten

ITM Power Aktie: 400 Prozent in zwölf Monaten

ITM Power Aktie mit 400% Jahresplus. Analysten uneins, institutionelle Käufe vs. Privatverkäufe. Entscheidungen zu Chronos-Produktion und Förderung im Mai.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie mit 400% Gewinn in zwölf Monaten
  • Institutionelle kaufen, Privatanleger verkaufen
  • Chronos-Produktionslinie als entscheidender Meilenstein
  • Förderbescheid über 46,5 Mio. Pfund erwartet

Starke Analysten, nervöse Privatanleger: Bei ITM Power läuft die Rally heiß, aber die Marktteilnehmer ziehen völlig unterschiedliche Schlüsse. Der Wasserstoff-Elektrolyseurhersteller steht vor einem Sommer, in dem Förderentscheidungen, Großprojekte und die neue Produktionstechnik den Kurs der Story prägen.

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 400 Prozent gewonnen. Am Montag kam ein weiterer Kurssprung von 16 Prozent hinzu. Das ist kein normales Comeback mehr, sondern eine Neubewertung unter hohem Erwartungsdruck.

Institutionelle kaufen, Private verkaufen

Vom Jahrestief bei 32,80 Pence lief der Titel bis auf knapp 175 Pence. Damit hat sich die Stimmung in kurzer Zeit gedreht. Genau das bringt nun Gewinnmitnahmen auf den Plan.

Auf Plattformen wie AJ Bell tauchte ITM Power auffällig oft auf den Verkaufslisten auf. Zeitweise entfiel ungefähr jeder fünfzigste Trade auf die Aktie. An einem Handelstag wechselten 13,2 Millionen Stücke den Besitzer, ein Plus von 168 Prozent gegenüber dem üblichen Tagesvolumen.

Die Gegenseite kommt aus dem institutionellen Lager. Jefferies erhöhte das Kursziel auf 200 Pence nach zuvor 115 Pence. Die Bank verweist auf höhere Ergebniserwartungen, niedrigere Kapitalkosten und bessere Sichtbarkeit durch politische Unterstützung.

Morgan Stanley zog ebenfalls nach. Das Haus stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel auf 170 Pence nach zuvor 60 Pence. Es ist die erste positive Einschätzung der Bank für einen Hersteller von Wasserstoff-Elektrolyseuren seit 2021.

Bewertung läuft voraus

Jefferies rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 41 Millionen Pfund. Mittelfristig sollen daraus 71 Millionen Pfund werden. Profitabilität auf EBITDA-Basis sieht die Bank aber erst später.

Morgan Stanley erwartet den EBITDA-Breakeven im Geschäftsjahr 2028 und damit früher als der Marktkonsens. Jefferies bleibt trotz des höheren Kursziels vorsichtig: Im negativen Szenario sieht die Bank 52 Prozent Abwärtsrisiko, im positiven 37 Prozent Potenzial.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei ITM Power?

UBS hält dagegen. Die Schweizer Bank bleibt bei „Neutral“ und einem Kursziel von 60 Pence. Ihr Argument: Die Bewertung sei den Fundamentaldaten weit vorausgelaufen, während der RSI mit über 91 bereits eine klar überkaufte technische Lage signalisiert.

Chronos wird zum Prüfstein

Finanziell hat ITM Power Spielraum. Das Unternehmen hält rund 198 Millionen Pfund an Barmitteln und ist schuldenfrei. Nach Einschätzung von Jefferies reicht diese Basis bis mindestens 2028 ohne frisches Kapital.

Operativ verbessert sich die Lage, aber sie ist noch nicht komfortabel. Im ersten Geschäftshalbjahr erzielte ITM Power einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund, die Jahresprognose reicht inzwischen bis 43 Millionen Pfund. Der Auftragsbestand liegt bei 152 Millionen Pfund, während der Vorsteuerverlust zuletzt auf mehr als 45 Millionen Pfund stieg.

Der nächste Termin ist der 26. Mai. Dann veröffentlicht die britische Förderbehörde ihre Einschätzung zu einem Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund für die Chronos-Produktionslinie. Bei positivem Ausgang will das Management im Juni über die finale Investition entscheiden.

Chronos soll Elektrolyseure mit zwei Megawatt Leistung herstellen. Das wäre das Dreifache des aktuellen Modells, bei 40 Prozent niedrigeren Kosten. Für ITM Power wäre das mehr als ein Effizienzprojekt: Die Anlage entscheidet mit darüber, ob die hohen Erwartungen industriell unterlegt werden.

Politisch ist der Fall ebenfalls sensibel. Die britische Regierung hält über Great British Energy etwas mehr als 10 Prozent an ITM Power. Weitere Impulse könnten aus der britischen Hydrogen Allocation Round 2 und einer möglichen Investitionsentscheidung für Unipers 120-Megawatt-Projekt in Humber kommen.

Das Insiderbild bleibt gemischt. CEO Dennis Schulz kann 1,3 Millionen Aktien erhalten, wenn profitable Verträge und die pünktliche Chronos-Lieferung gelingen. Technikchef Simon Bourne übte Optionen auf 1,33 Millionen Aktien aus und verkaufte davon rund 873.000 Stücke; das Unternehmen verwies dabei auf Steuerverpflichtungen.

Die Zahlen für das Geschäftsjahr per 30. April kommen erst Ende Oktober. Bis dahin dürften die Förderentscheidung, Chronos und die britischen Wasserstoffprojekte zeigen, ob die Rally schon operative Substanz bekommt oder weiter vor allem von Erwartungen lebt.

Anzeige

ITM Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ITM Power-Analyse vom 11. Mai liefert die Antwort:

Die neusten ITM Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ITM Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ITM Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ITM Power

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.