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Symbolbild, KI-generiert

ITM Power Aktie: 150-Megawatt-Projekt erst 2029 geplant

Eine Vereinbarung für ein 150-Megawatt-Projekt bleibt unverbindlich; zugleich sank die Verlustprognose und ITM begrenzte die geplante Kapitalermächtigung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Hydropulse vereinbarte ein 150-Megawatt-Projekt
  • Endgültige Investitionsentscheidung erst 2027 angestrebt
  • Bereinigter Verlust auf 20 bis 21 Millionen Pfund gesenkt
  • Kapitalermächtigung auf 23.046.852 Pfund reduziert

Morgen öffnet ITM Power die Bücher für das Geschäftsjahr 2026. Anleger blicken mit vorsichtigem Optimismus auf den Termin, nachdem die Aktie am Freitag mit einem Plus von 2,1 Prozent bei 1,09 Euro ins Wochenende ging. Für mich steht der britische Wasserstoffspezialist vor einem echten Prüfstein: Das Unternehmen muss beweisen, dass die jüngsten Ankündigungen mehr sind als bloße Absichtserklärungen auf dem Papier.

Die Erwartungshaltung ist spürbar gewachsen, denn das Papier verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 51 Prozent. Doch hinter der freundlichen Fassade verbergen sich fundamentale Herausforderungen, die der anstehende Bericht schonungslos beleuchten dürfte.

Lange Wege bis zur Umsetzung

Am Montag unterzeichnete die Unternehmenstochter Hydropulse eine Grundsatzvereinbarung mit einer europäischen Ölraffinerie über ein geplantes grünes Wasserstoffprojekt mit 150 Megawatt Leistung. Zum Einsatz kommen soll dabei ITMs Alpha-Plattform im Rahmen eines angestrebten Zehnjahresvertrags. Auf den ersten Blick klingt das nach einem dringend benötigten Großauftrag.

Bei genauerer Betrachtung trübt sich das Bild allerdings ein. Weder wird der Name des Raffineriepartners genannt, noch handelt es sich um eine verbindliche finale Investitionsentscheidung.

Die Parteien treiben nun eine FEED-Studie voran, eine finale Entscheidung wird erst für 2027 angestrebt, und der eigentliche Produktionsstart ist sogar erst für 2029 avisiert. Bis tatsächlich messbare Umsätze fließen, vergehen also noch Jahre. Aus Anlegersicht birgt ein derart langer Vorlauf erhebliche Umsetzungsrisiken.

Vor rund zwei Wochen hob der Konzern zwar seinen EBITDA-Ausblick für das zum 30. April 2026 beendete Geschäftsjahr an. Der bereinigte operative Verlust soll demnach mit 20 Millionen bis 21 Millionen Pfund rund 27 Prozent geringer ausfallen als zuvor gedacht. Das zeigt zweifellos Fortschritte bei der internen Kostenkontrolle. Doch unterm Strich bleibt es ein operativer Verlust, während die Prognosen für Umsatz und Barmittelbestand unverändert blieben.

Disziplin beim Eigenkapital

Ein weiteres Signal für den künftigen Kurs lieferte ITM Power am Freitag bei den Vorbereitungen für die Hauptversammlung am 30. Oktober. Das Unternehmen korrigierte den Beschlussantrag 11b bezüglich der Ermächtigung zur Ausgabe von Eigenkapitaltiteln. Der maximale Gesamtnennbetrag wurde deutlich nach unten korrigiert: Statt der ursprünglich angesetzten 34.570.278 Pfund sollen es nun 23.046.852 Pfund sein.

Dieser Schritt verdient Anerkennung. Das Management signalisiert den Aktionären damit, dass eine künftige Verwässerung des bestehenden Kapitals in engere Schranken gewiesen werden soll. In einem kapitalintensiven Sektor wie dem Bau von Elektrolyseuren ist ein schonender Umgang mit den Mitteln der Anteilseigner ein wichtiges Vertrauenssignal.

Unterm Strich steht ITM Power an einer Weggabelung. Die verringerte Verlustspanne und die Bemühungen um Großprojekte sind richtige Schritte in die angestrebte Richtung. Doch vage Vorverträge mit Zeithorizont bis 2029 reichen auf Dauer nicht aus, um die Bewertung zu rechtfertigen.

Wenn das Unternehmen am morgigen Montag seine vorläufigen Geschäftszahlen präsentiert, werden vor allem klare Belege für eine verbindliche Auftragsdynamik und ein striktes Cash-Management zählen.

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