Drei Großereignisse in wenigen Wochen, ein Kursanstieg von fast 15 Prozent am Morgen des Jahresabschlusses — bei ITM Power verdichten sich gerade Nachrichten, die das Unternehmen strukturell verändern könnten. Der britische Elektrolyseur-Hersteller schließt sein Geschäftsjahr 2026 mit einem Kursstand von 1,71 Euro je Aktie auf XETRA, bei mehr als doppeltem Durchschnittsvolumen.
Rekordumsatz und angehobene Prognose
Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres brachte einen Umsatz von 18 Millionen Pfund — der höchste Halbjahreswert der Unternehmensgeschichte. Den Löwenanteil steuerten Geräteverkäufe bei, der Rest entfiel auf Ingenieurstudien, Ersatzteile und Wartung.
Das Management hob daraufhin die Jahresprognose auf 40 bis 43 Millionen Pfund an. Bemerkenswert ist auch die Verschiebung im Auftragsbestand: Der Anteil profitabler Verträge stieg auf 71 Prozent, nach 60 Prozent im April 2025. Das spiegelt eine konsequente Neuausrichtung bei Preisgestaltung und Projektauswahl wider.
86,5 Millionen Pfund vom Staat für Chronos
Die wohl folgenreichste Meldung kam Anfang April. Great British Energy investiert 40 Millionen Pfund als strategische Eigenkapitalbeteiligung und erwarb damit einen Anteil von 10,8 Prozent. Das Ministerium für Energiesicherheit steuert einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund bei.
Das Geld fließt in den Aufbau einer Großserienproduktion für Chronos, ITMs nächste Elektrolyseur-Plattform, am Standort Sheffield. Das Projekt zielt auf eine Nennkapazität von 1 GW bis 2028. Chronos soll gegenüber dem Vorgänger Trident die Teileanzahl um 50 Prozent reduzieren und die Leistungsdichte auf 2,5 MW/m² verdoppeln.
Als direkte Folge der Eigenkapitalzuflüsse revidierte ITM Power die Liquiditätsprognose für das Geschäftsjahr auf 210 bis 215 Millionen Pfund — zuvor waren 170 bis 175 Millionen Pfund angesetzt. Der Zuschuss steht allerdings noch unter beihilferechtlicher Prüfung; ein Abschluss wird für Juni 2026 erwartet.
Rheinmetall und der Einstieg ins Rüstungsgeschäft
Parallel dazu hat ITM Power eine Kooperation mit Rheinmetall AG vereinbart. Im Rahmen des Giga-PtX-Projekts sollen dezentrale Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für NATO-Streitkräfte in Europa entstehen — mehrere Hundert Standorte, je mit bis zu 50 MW Elektrolysekapazität und einer Jahresproduktion von rund 5.000 bis 7.000 Tonnen E-Fuel. Der initiale Fokus liegt auf dem britischen Markt. In Deutschland sicherte sich ITM Power Vereinbarungen mit RWE und der Stablegrid Group für Projekte mit zusammen mehr als 710 Megawatt.
Bewertung und der entscheidende Juni-Termin
Die Nettoliquidität von rund 215 Millionen Pfund deckt nach Analysteneinschätzung die aktuelle Cash-Burn-Rate etwa fünffach ab — ein solides Polster. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt allerdings bei über 35, die Margen sind weiterhin negativ, und der RSI notiert nahe 71, was auf eine technisch überkaufte Lage hindeutet.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der Abschluss des staatlichen Beihilfeverfahrens im Juni 2026. Fällt die Entscheidung positiv aus, kann der Zuschuss vertraglich fixiert werden — und der größte Unsicherheitsfaktor im Chronos-Projekt wäre beseitigt.
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