Kevin Warsh ist seit dem 15. Mai offiziell Chef der US-Notenbank — und er übernimmt in einem denkbar schwierigen Moment. Die Inflation zieht an, Zinssenkungen sind vom Tisch, und der ETF, der den globalen Aktienmarkt abbildet, reagiert empfindlich auf genau diese Konstellation.
Knappste Bestätigung in der Fed-Geschichte
Der US-Senat bestätigte Warsh am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen — das knappste Votum für einen Fed-Vorsitzenden überhaupt. Er löst Jerome Powell ab, der das Amt seit 2018 innehatte. Warsh gilt als hawkish: Er will die Fed-Bilanz schrumpfen, weniger Sitzungen abhalten und die Notenbank unberechenbarer machen. Für wachstumsorientierte Aktien ist das kein gutes Signal.
Der makroökonomische Rahmen macht die Lage nicht einfacher. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im April auf 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr — ein Dreijahreshoch, das selbst das Lohnwachstum von 3,6 Prozent übertrifft. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit einer unveränderten Rate bei der nächsten Sitzung bei 97 Prozent. Bank of America und Goldman Sachs rechnen für den Rest des Jahres mit keiner einzigen Zinssenkung mehr.
Technologie dominiert — und macht anfällig
Der iShares MSCI World ETF verwaltet rund 7,86 Milliarden Dollar. Über 60 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf US-Aktien, Technologie macht knapp 29 Prozent des Portfolios aus. NVIDIA ist mit 5,55 Prozent die größte Einzelposition, gefolgt von Apple und Microsoft. Die zehn größten Positionen — darunter Amazon, Alphabet und Meta — bündeln zusammen etwa 27 Prozent des Fondsvermögens.
Einen nicht-amerikanischen Impuls liefert Samsung Electronics: Der südkoreanische Chiphersteller überschritt jüngst die Marktkapitalisierungsgrenze von einer Billion Dollar, angetrieben von einem achtfachen Anstieg des operativen Gewinns im ersten Quartal. Die Nachfrage nach Hochbandbreiten-Speichern für KI-Systeme treibt das Wachstum.
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Morningstar-Gold gegen Invesco-Preisdruck
Morningstar bewertet den ETF mit der Goldmedaille — der höchsten Auszeichnung. Das Tracking-Difference von nur 0,02 Prozent spricht für die Qualität der Indexabbildung. Allerdings hat Invesco seinen vergleichbaren MSCI-World-ETF im April auf eine Verwaltungsgebühr von 0,05 Prozent gesenkt. URTH kostet mit 0,24 Prozent fast das Fünffache. BlackRock argumentiert, die überlegene Tracking-Qualität rechtfertige den Aufpreis — und tatsächlich flossen zuletzt 770 Millionen Dollar frisches Kapital in den Fonds.
Der Kurs steht aktuell bei 200,43 Dollar, nur rund ein Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,74 Dollar. Der RSI von 94,6 signalisiert dabei eine deutlich überkaufte Lage.
Warsh-Premiere am 16. Juni
Warsh leitet seine erste FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni. Einen Tag zuvor, am 15. Juni, wird der ETF ex-Dividende gehandelt — bei einer aktuellen Ausschüttungsrendite von 1,40 Prozent. Wie Warsh seinen ersten Auftritt als Notenbankchef gestaltet, dürfte den Ton für die zweite Jahreshälfte setzen.
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