Der iShares MSCI World ETF verzeichnete in der vergangenen Handelswoche deutliche Belastungen durch eine koordinierte Straffung der weltweiten Geldpolitik. Während die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of Japan ihre Leitzinsen anhoben, zogen Investoren massiv Kapital aus globalen Aktienfonds ab. Personelle Veränderungen an der Spitze von Berkshire Hathaway prägten zudem das Marktumfeld.
Historische Mittelabzüge aus Aktienfonds
In der Handelswoche bis zum vergangenen Mittwoch erlebten globale Aktienfonds den stärksten Kapitalabfluss seit neun Monaten. Daten des Analysedienstes LSEG Lipper beziffern die Netto-Abflüsse auf insgesamt 23,21 Milliarden US-Dollar. Besonders US-Aktienfonds standen mit Abzügen von 31,44 Milliarden US-Dollar unter Druck, was die vierte Woche in Folge mit negativen Mittelbewegungen markiert.
Im Gegensatz dazu konnten asiatische Märkte gegen den Trend Zuwächse verbuchen. Investoren schichteten dort rund 6,26 Milliarden US-Dollar in Aktienfonds um. Sektorspezifisch blieben Technologie- und Finanzwerte trotz der allgemeinen Marktschwäche gefragt und verzeichneten zusammen Zuflüsse von mehr als drei Milliarden US-Dollar.
Zentralbanken verschärfen Inflationsbekämpfung
Die geldpolitische Landschaft hat sich am Mittwoch grundlegend gewandelt. Die Federal Reserve unter Führung von Fed-Chef Kevin Warsh hob den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Dies stellt die erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren dar. Medienberichten zufolge signalisierte die Notenbank für das laufende Jahr eine weitere Anhebung, um die Inflation nachhaltig zu bekämpfen.
Am gestrigen Freitag zog die Bank of Japan nach und erhöhte ihren Leitzins auf 1,25 Prozent, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Gleichzeitig beließ die Bank of England ihren Zinssatz bei 3,75 Prozent, warnte jedoch vor einer möglichen weiteren Straffung aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Diese globalen Zinsentscheidungen ließen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise auf über 5 Prozent steigen.
Kursreaktion und verändertes Marktumfeld
Der iShares MSCI World ETF schloss am gestrigen Freitag bei einem Stand von 206,77 USD. Damit reagierte das Papier mit einem moderaten Tagesverlust von 0,2 Prozent auf die geldpolitischen Beschlüsse und den großen Verfallstag an den Terminbörsen, das sogenannte Triple Witching. In der längerfristigen Betrachtung gab der ETF über einen Zeitraum von 30 Tagen um 1,2 Prozent nach.
An der Unternehmensfront sorgte Warren Buffett für Aufsehen. Der 96-jährige Investor tritt als Chairman von Berkshire Hathaway zurück und übernimmt die Rolle eines Chairman Emeritus. Sein Sohn Howard Buffett wird das Amt des Chairman übernehmen, während Greg Abel weiterhin als CEO die operativen Geschäfte leitet.
Diese Nachricht wurde am Markt als Ende einer Ära wahrgenommen.
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