Der iShares MSCI World ETF zeigt im bisherigen Jahresverlauf eine robuste Performance und profitiert von einer massiven Welle an Kapitalzuflüssen in den globalen ETF-Markt.
Während das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 12 % verbuchen konnte, rückt die interne Zusammensetzung des Weltindex immer stärker in den Fokus von Analysten. Hinter der Fassade der breiten Streuung über Industrieländer verbirgt sich eine historische Zuspitzung auf wenige US-Technologieriesen.
Die wachsende Dominanz der Marktschwergewichte
Die Abhängigkeit des MSCI World von einer kleinen Gruppe von Unternehmen hat ein neues Rekordniveau erreicht. Laut Daten von MSCI machten die zehn größten Positionen Ende September insgesamt 27,85 % des Indexgewichts aus.
Im Vergleich zum Juli 2017, als diese Top-Werte lediglich 10,54 % repräsentierten, hat sich die Konzentration damit mehr als verdoppelt. Besonders deutlich wird dies am Beispiel von Nvidia: Der Chiphersteller allein nimmt mittlerweile ein Gewicht von 5,81 % ein.
Zusammen mit Apple und Microsoft kommen die drei größten Titel auf einen Anteil von 15,22 %. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass die Diversifikation des Index zunehmend von der Performance des IT-Sektors abhängt, der insgesamt fast 32 % des Gewichts ausmacht.
Medienberichten zufolge erreichte die Anzahl der im Index enthaltenen Unternehmen zuletzt 1.249, was einen Rückgang gegenüber früheren Jahren bedeutet. Trotz dieser Konzentration lag der MSCI World langfristig oft vor breiter gefassten Indizes wie dem MSCI ACWI, auch wenn im laufenden Jahr Value-Strategien mit Zuwächsen von bis zu 36 % eine deutlich stärkere Dynamik entfalteten.
Rekordjahr für globale Indexfonds
Trotz der Debatten um die Klumpenrisiken in den Portfolios bleibt die Nachfrage nach börsengehandelten Indexfonds ungebrochen. Nach Angaben des Research-Hauses ETFGI flossen dem weltweiten ETF-Markt von Januar bis Ende September netto 2.240 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurden die bisherigen Rekordmarken aus den Vorjahren bereits vor dem letzten Quartal deutlich übertroffen. Das gesamte in ETFs verwaltete Vermögen belief sich Ende September auf rund 23,9 Billionen US-Dollar.
iShares nimmt in diesem Marktumfeld eine führende Rolle ein. Gemeinsam mit den Anbietern Vanguard und State Street SPDR verwaltet die BlackRock-Tochter über 58 % des globalen ETF-Vermögens.
Allein im September verzeichneten Aktien-ETFs weltweit Nettozuflüsse von über 100 Milliarden US-Dollar. Manuela Sperandeo von BlackRock verwies in diesem Zusammenhang auf das starke Wachstum in Europa, wobei Deutschland und Großbritannien als zentrale Wachstumsmärkte für die Plattform gelten.
Berichtssaison und Notenbank im Fokus
Am heutigen Dienstag startete der Handel für den iShares MSCI World ETF an deutschen Regionalbörsen zunächst stabil. Nachdem das Papier gestern an der New Yorker Börse bei 206,22 USD schloss, notiert es aktuell etwa 2,7 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 211,94 USD. Das Marktumfeld bleibt jedoch von hoher Anspannung geprägt, da heute die zweitägige Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve beginnt.
Zusätzlich warten Anleger gespannt auf die Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne, die den Index maßgeblich treiben. Alphabet und Microsoft werden am Mittwoch ihre Ergebnisse vorlegen, gefolgt von Amazon am Donnerstag.
Diese Berichte dürften entscheidend dafür sein, ob die hohe Bewertung des Index – das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird von MSCI mit 22,69 angegeben – durch entsprechendes Gewinnwachstum untermauert werden kann. Angesichts geplanter Investitionen der führenden Tech-Unternehmen von rund 730 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 bleibt die Erwartungshaltung des Marktes hoch.
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