Die US-Inflation meldet sich eindrucksvoll zurück. Das trifft den technologielastigen iShares MSCI World ETF an seiner empfindlichsten Stelle. Der Kurs fiel am Mittwoch um 0,31 Prozent auf 199,76 US-Dollar. Auf Wochensicht steht bereits ein Minus von 2,39 Prozent auf der Anzeigetafel. Anleger fürchten nun dauerhaft hohe Zinsen.
Teure Energie heizt Inflation an
Die jährliche US-Inflationsrate klettert im Mai auf 4,2 Prozent. Sie durchbricht damit erstmals seit drei Jahren eine wichtige psychologische Schwelle. Ein massiver Preissprung bei Energie treibt diese Entwicklung.
Der schwelende Konflikt mit Iran verteuert Öl massiv. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran am Mittwoch mit harten Konsequenzen. Das schürt Ängste vor weiteren Preissteigerungen. Ein kleiner Lichtblick bleibt die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel. Sie stieg im Jahresvergleich lediglich um 2,9 Prozent.
Die US-Notenbank steht nun unter Zugzwang. Unter dem neuen Chef Kevin Warsh dürfte die Fed die Zinsen Mitte Juni stabil halten. Zinssenkungen rücken in weite Ferne. Goldman Sachs und Bank of America strichen alle geplanten Kürzungen für 2026 komplett aus ihren Prognosen.
Tech-Sektor unter Druck
Dieses Zinsumfeld bedroht die hohe Bewertung des MSCI World ETF. Der Fonds besteht zu über 31 Prozent aus Technologieaktien. Schwergewichte wie Nvidia und Apple dominieren das Portfolio. Hohe Zinsen mindern den heutigen Wert zukünftiger Unternehmensgewinne. Die Folge: sinkende Bewertungen.
Ein Schock aus der Chip-Branche verschärft die Lage. Broadcom übertraf Anfang Juni zwar die Gewinnerwartungen. Das Management hob die Umsatzprognose für Künstliche Intelligenz jedoch nicht an. Die Aktie stürzte daraufhin ab und riss andere Halbleiterwerte mit in die Tiefe. Investoren hinterfragen nun das Tempo der KI-Ausgaben.
Abseits der Technologiebranche lauern weitere Risiken. Neue US-Zölle auf patentierte Medikamente treten diesen Monat in Kraft. Importe aus der EU oder der Schweiz kosten künftig 15 Prozent mehr. Das belastet die Margen im Gesundheitssektor. Dieser macht immerhin gut acht Prozent des Fonds aus.
Dividende im Fokus
Die fundamentale Bewertung des Fonds bleibt angespannt. Kurzfristig rückt nun ein wichtiges Datum für Einkommensinvestoren näher. BlackRock gibt am 12. Juni die halbjährliche Ausschüttung bekannt. Erwartet werden rund 1,26 US-Dollar je Anteil. Wer diese Dividende kassieren will, muss die Papiere vor dem 15. Juni im Depot halten.
