Der iShares MSCI World ETF (URTH) blickt auf ein sehr starkes Jahr 2025 zurück. Vor allem US-Technologieaktien und die robuste US-Konjunktur haben die Entwicklung getragen. Gleichzeitig steigt die Konzentration auf wenige Mega-Caps – ein Chance-Risiko-Paket, das Anleger im Blick behalten müssen.
Starke Performance, klare Schwerpunkte
URTH bildet physisch den MSCI World Index ab und erzielte 2025 eine Rendite von rund 22,07 %. Der ETF ist stark auf die USA ausgerichtet; mehr als 70 % des Vermögens sind dort investiert. Damit ähnelt er faktisch einem US‑Large‑Cap‑ETF mit zusätzlicher Streuung über Japan, Großbritannien, Frankreich und Kanada.
Ein wichtiger Impuls kam von der halbjährlichen MSCI-Indexüberprüfung im November 2025. Im Zuge dieser Anpassung wurden wachstumsstarke Titel wie CoreWeave (KI-Infrastruktur) und Insmed aufgenommen. Damit verstärkt der Index seine Ausrichtung auf innovationsgetriebenes Wachstum.
Im Dezember wurde zudem verstärkt auf ein mögliches Szenario schwächerer US‑Dollar‑Kurse verwiesen. Ein nachgebender Greenback würde die ungesicherte internationale Aktienkomponente von URTH stützen, weil ausländische Gewinne in Dollar aufgewertet werden.
Tech-Dominanz und Konzentrationsrisiken
URTH enthält rund 1.320 Titel, ist aber an der Spitze klar konzentriert: Die zehn größten Positionen bringen es auf etwa 27,3 % des Fondsvolumens – ein Rekordwert, getrieben von der Marktmacht weniger Tech‑Schwergewichte.
Wesentliche Kernpositionen (Ende Dezember 2025):
- NVIDIA: 5,45 %
- Apple: 4,85 %
- Microsoft: 4,12 %
- Amazon: 2,67 %
- Alphabet (A + C zusammen): rund 4,02 %
- Broadcom, Meta, Tesla und JPMorgan ergänzen die Top‑10
Sektor- und Länderstruktur im Überblick:
- Informationstechnologie: ca. 30 %
- Finanzwerte: rund 14 %
- Industriewerte: gut 10 %
- USA: über 70 % des Fondsvolumens
Vor allem NVIDIA wirkt als zentraler Renditetreiber und überlagert schwächere Entwicklungen bei europäischen Industrieunternehmen.
Kennzahlen und Bewertung
Der ETF ist mit hoher Liquidität unterwegs und weist enge Spreads auf:
- 1‑Monats‑Rendite (Dezember 2025): +2,37 %
- Jahresrendite 2025: ~+22,07 %
- 5‑Jahres‑Rendite (annualisiert): ~13,50 %
- Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen: ca. 455.000 Anteile
- Gesamtkostenquote (TER): 0,24 %
- Typischer Spread: etwa 0,03 %
- Auf-/Abschlag zum NAV: vernachlässigbar
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25,2 ist URTH höher bewertet als historische Durchschnittsniveaus. Diese Prämie spiegelt vor allem die kräftigen Gewinnzuwächse der großen US‑Techwerte wider.
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Vergleich mit ACWI und VT
URTH positioniert sich klar als Developed‑Markets‑ETF ohne Schwellenländer. Im direkten Vergleich mit zwei globalen Standardprodukten ergeben sich folgende Eckdaten:
- ACWI (iShares MSCI ACWI): enthält Industrie- und Schwellenländer
- VT (Vanguard Total World): noch breiter, inklusive Small Caps
Ausgewählte Vergleichsgrößen:
- TER:
- URTH: 0,24 %
- ACWI: 0,32 %
- VT: 0,07 %
- Fondsvolumen:
- URTH: ~6,7 Mrd. USD
- ACWI: ~19 Mrd. USD
- VT: ~50 Mrd. USD
- Performance 2025:
- URTH: +22,07 %
- ACWI: +20,02 %
- VT: ~+18,85 %
- Top‑10‑Gewichtung:
- URTH: 27,3 %
- ACWI: 25,8 %
- VT: 16,5 %
- Anzahl Positionen:
- URTH: ~1.320
- ACWI: ~2.300+
- VT: ~9.800+
Im Jahresverlauf 2025 lag URTH rund 200 Basispunkte vor ACWI. Hauptgrund ist die schwächere Entwicklung vieler Schwellenländer im Vergleich zu den großen US‑Techwerten. Gegenüber VT punktet URTH mit dem Fokus auf große Industrieländer-Titel; die breitere Streuung über Small Caps und Emerging Markets bei VT drückte im aktuellen Large‑Cap‑Growth‑Umfeld tendenziell auf die Rendite.
Trotz unterschiedlicher Ausrichtung sind die drei ETFs stark miteinander korreliert (Korrelationskoeffizient über 0,95), vor allem wegen des hohen Gewichts der „Magnificent Seven“.
Blick nach vorn: Drei zentrale Treiber
Für die weitere Entwicklung im ersten Quartal 2026 zeichnen sich drei Einflussfaktoren ab:
Nachwirkungen der Indexanpassung
Die im November umgesetzte MSCI-Neugewichtung wirkt nun voll. Mit der Aufnahme von KI‑Infrastrukturwerten wie CoreWeave geht der Index einen Schritt weiter in Richtung „AI‑Phase‑2“ – weg von reinen Chip-Herstellern hin zur zugrunde liegenden Rechenzentrumsinfrastruktur.Bewertungsrisiko bei den Schwergewichten
Mit einem KGV von über 25 ist URTH ambitioniert bepreist. Enttäuschungen bei den Zahlen der fünf größten Positionen, die zwischen Ende Januar und Anfang Februar berichten, könnten stärkere Rücksetzer auslösen als bei breiter diversifizierten Welt-ETFs wie VT.Währungseffekte bei möglichen Fed‑Zinssenkungen
Sollten die erwarteten Zinssenkungen der US‑Notenbank 2026 Realität werden und den Dollar schwächen, könnten die nicht‑US‑Bestände des ETFs – etwa aus Japan und der Eurozone – von positiven Währungseffekten profitieren. Das würde zeitweise den Ertragsschwerpunkt von reinem US‑Tech‑Wachstum hin zu stärkerem Beitrag internationaler Titel verschieben.
Charttechnisch hält URTH derzeit die Unterstützungszone um 180 US‑Dollar. Der Widerstand liegt nahe den bisherigen Höchstständen bei rund 188 US‑Dollar; ein Anstieg darüber würde den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigen.
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