Startseite » Earnings » iShares MSCI World ETF: Auf dem Weg zur 200?

iShares MSCI World ETF: Auf dem Weg zur 200?

Der iShares MSCI World ETF notiert nahe seinem Jahreshöchststand, angetrieben von Rekordgewinnen der US-Banken. Neue Zölle und Indexreformen stellen künftige Herausforderungen dar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ETF-Kurs nach starkem Anstieg nahe 52-Wochen-Hoch
  • US-Banken mit überraschenden Quartalsgewinnen
  • Neue US-Zölle belasten Gesundheitssektor
  • Indexreform und SpaceX-IPO als nächste Treiber

Knapp zehn Prozent in zwei Wochen — der iShares MSCI World ETF (URTH) hat sich in kurzer Zeit auf ein neues 52-Wochen-Hoch vorgearbeitet. Treiber waren Rekordgewinne der US-Großbanken. Was jetzt bremsen könnte, steht bereits fest.

Banken liefern, Kurs folgt

JPMorgan Chase eröffnete die Berichtssaison mit einem Handelsertrag von 11,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie übertraf die Analystenerwartungen um rund neun Prozent. Morgan Stanley legte nach: Der Gewinn stieg um 29 Prozent auf 5,57 Milliarden Dollar. Erstmals überschritt die Bank dabei die 20-Milliarden-Dollar-Marke beim Quartalsumsatz.

Der S&P 500 steuert laut FactSet-Daten auf sein sechstes aufeinanderfolgendes Quartal mit zweistelligem Gewinnwachstum zu. Eine solche Serie gab es zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt.

URTH notierte am 16. April bei 193,58 Dollar und damit nahe dem 52-Wochen-Hoch von 193,75 Dollar. Das psychologisch bedeutsame Niveau von 200 Dollar rückt als nächstes Kursziel in Reichweite — sofern das aktuelle Hoch als Unterstützung hält.

Tech dominiert, Pharma wackelt

Der Technologiesektor macht 26,8 Prozent des Portfolios aus. Nvidia, Apple und Microsoft belegen die drei größten Einzelpositionen und binden zusammen 13,6 Prozent der Fondsanlagen.

Finanzdienstleister folgen mit 16,2 Prozent auf Rang zwei. Der Gesundheitssektor hält 9,45 Prozent — und steht unter Druck. Die US-Regierung hat Anfang April neue Zölle auf importierte Pharmawaren angekündigt. Die Sätze reichen von 10 Prozent für britische Hersteller bis zu 100 Prozent für Unternehmen ohne US-Preisabkommen. Wirksam werden sie Ende Juli 2026. Analysten rechnen mit einem Inflationsschub von rund 0,5 Prozentpunkten.

Als Gegengewicht positioniert sich Japan, die zweitgrößte Länderallokation im Index. Das Wirtschaftsministerium genehmigte weitere vier Milliarden Dollar für den Chiphersteller Rapidus. Die gesamte Staatsunterstützung beläuft sich damit auf 16,3 Milliarden Dollar. Ziel: 2-Nanometer-Chips bis 2027. SoftBank, Sony und Honda — alle drei im MSCI World vertreten — haben parallel die Initiative „Japan AI Foundation Model Development“ gestartet.

Gebühren und Indexreform als Belastungsprobe

Invesco hat die Kostenquote seines konkurrierenden MSCI World ETF auf 0,05 Prozent gesenkt. URTH liegt damit 19 Basispunkte über dem günstigsten Wettbewerber. BlackRock verweist auf eine Tracking Difference von nur 0,02 Prozent als Qualitätsmerkmal. Morningstar hält am Bronze-Rating fest — mit dem Hinweis, der Fonds könnte günstiger sein.

Im Mai führt MSCI ein neues Streubesitz-Klassifizierungssystem ein. Marktbeobachter erwarten deutlich größere Portfolioumschichtungen als im ersten Quartal. Hinzu kommt ein mögliches SpaceX-IPO im Juni mit einer angestrebten Bewertung von 1,75 Billionen Dollar — das würde das US-Gewicht im Index spürbar erhöhen. Für einkommensorientierte Anleger gilt der 15. Juni als Ex-Dividenden-Datum, nach einem Jahr mit mehr als 20 Prozent Dividendenwachstum.

Anzeige

MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue MSCI World ETF-Analyse vom 18. April liefert die Antwort:

Die neusten MSCI World ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für MSCI World ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu MSCI World ETF

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.