Der iShares MSCI World ETF schloss die Woche bei 204,48 Dollar. Das liegt knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von etwas über 206 Dollar. Im Fokus steht aber nicht der Kurs, sondern ein Vergleich: Wie schlägt sich URTH gegen günstigere Konkurrenten mit ähnlichem Anlagefokus?
Ein neuer Kostenvergleich
Der SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF von State Street bietet eine breitere geografische Streuung als URTH. Zudem kostet er weniger. Beide Fonds gelten als Basisinvestment für globale Aktien, definieren „global“ aber unterschiedlich.
URTH bildet ausschließlich entwickelte Märkte ab. SPGM bezieht Schwellenländer und mehr Marktkapitalisierungsklassen mit ein. Anleger bekommen damit ein breiteres Aktienspektrum zu einem Bruchteil der Kosten.
Die Kostenlücke fällt deutlich aus. SPGM verlangt eine Kostenquote von 0,09 Prozent, URTH kommt auf 0,24 Prozent. Bei der Ausschüttungsrendite liegt State Street derzeit um 0,40 Prozentpunkte vorn.
Gebühren sind aber nicht alles. Die Fonds unterscheiden sich massiv in der Größe: iShares verwaltet über 8 Milliarden Dollar, State Street knapp 2 Milliarden Dollar. Das verschafft URTH ein deutlich höheres Handelsvolumen und jene Liquidität, die viele Anleger höher gewichten als niedrige Kosten oder höhere Rendite.
Unterschiedliche Portfolios, ähnliche Sektoren
Bei der Portfoliostruktur trennen sich die Wege deutlicher. URTH konzentriert sich komplett auf entwickelte Volkswirtschaften. Technologie macht 31 Prozent aus, Finanzdienstleister 16 Prozent, Industriewerte 11 Prozent. Unter den 1.287 Positionen führen Apple mit 5,1 Prozent, Nvidia mit 5,01 Prozent und Microsoft mit 3,03 Prozent.
SPGM deckt sowohl etablierte als auch aufstrebende Märkte ab. Die Sektorgewichtung ähnelt sich: 31 Prozent Technologie, 16 Prozent Finanzdienstleister, 12 Prozent Industrie. Unter den 2.933 Positionen liegen Nvidia mit 3,99 Prozent, Apple mit 3,98 Prozent und Microsoft mit 2,39 Prozent vorn.
Bei den Ausschüttungen zahlte URTH in den vergangenen zwölf Monaten 2,84 Dollar je Anteil aus. Das entspricht beim aktuellen Kurs etwa 1,4 Prozent Rendite. SPGM zahlte im gleichen Zeitraum 1,54 Dollar je Anteil – bei niedrigerem Kurs sind das rund 1,8 Prozent.
Nicht der einzige Herausforderer
Schon im Juni geriet die Gebührenstruktur von URTH in einen ähnlichen Vergleich. Damals stand der Vanguard Total World Stock ETF im Fokus, der ebenfalls breiter diversifiziert und günstiger ist als URTH.
Trotzdem schnitt URTH in dieser Analyse über mehrere Zeiträume besser ab als Vanguards Fonds. Über drei Jahre erzielte URTH 17,1 Prozent Rendite gegenüber 16,9 Prozent bei VT. Über fünf Jahre lag URTH bei 10,5 Prozent gegen 9,5 Prozent, über zehn Jahre bei 12,1 Prozent gegen 11,5 Prozent. Das Fazit damals: beide Fonds sind solide, aber URTH gilt als der bessere Kauf.
Kursverlauf zum Wochenstart
URTH schloss am 10. Juli bei rund 204,48 Dollar – knapp unter dem Allzeithoch und deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 168,23 Dollar. Die Sektorverteilung zeigt Technologie mit 30,85 Prozent, Finanzdienstleister mit 15,66 Prozent und Industrie mit 11,39 Prozent. Gesundheitswerte kommen auf 9,08 Prozent, zyklische Konsumwerte auf 8,87 Prozent.
Diese Gewichtung macht deutlich: Der kurzfristige Kursverlauf hängt stark von wenigen US-Technologiekonzernen ab. Das steht im gewissen Widerspruch zum Anspruch, ein global gestreutes Investment zu sein.
Für URTH bleibt das Muster bestehen. Der Fonds kostet mehr als neuere Alternativen von State Street und Vanguard, bietet aber durch seine Größe und Liquidität Vorteile im Handel. Wie sich der Kurs in den kommenden Tagen entwickelt, dürfte weniger von einzelnen Unternehmensmeldungen abhängen als von der allgemeinen Erwartungshaltung zu den Gewinnen der großen Technologiekonzerne.
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