Der chilenische Aktienmarkt sah sich am Mittwoch einem deutlichen Verkaufsdruck ausgesetzt. Der ausschüttende iShares MSCI Chile ETF gab gestern um 1,8 Prozent nach und beendete den Handelstag bei einem Kurs von 33,45 Euro. Marktbeobachter führen den Rückgang vor allem auf Gewinnmitnahmen nach einer vorangegangenen Erholung sowie auf externe Belastungsfaktoren zurück.
Globale Unsicherheiten belasten den IPSA
Der chilenische Leitindex S&P IPSA verzeichnete am gestrigen Mittwoch einen Rückgang um 1,47 Prozent auf 10.999,64 Punkte. Medienberichten zufolge lastete neben Gewinnmitnahmen nach einer vorangegangenen Rallye im Zuge der Wahlen in Brasilien auch der Verkauf langlaufender US-Staatsanleihen auf der Stimmung. Diese Bewegung am Rentenmarkt wurde durch zunehmende Spannungen am Persischen Golf befeuert, die Investoren zur Vorsicht mahnten.
Von dem Abwärtstrend waren namhafte chilenische Unternehmen betroffen. Insbesondere die Papiere des Lithiumproduzenten SQM sowie der Einzelhändler Falabella und Cencosud verzeichneten Verluste. Mit dem gestrigen Minus vergrößerte sich der Abstand des ETFs zu seinem 52-Wochen-Hoch vom 23. Januar, das bei 39,88 Euro lag, auf nunmehr 16 Prozent.
Rekordverdächtige Kupfer-Exporte und Streikmaßnahmen
Während der Aktienmarkt unter Druck geriet, lieferten Fundamentaldaten aus dem wichtigen Rohstoffsektor ein differenziertes Bild. Die chilenische Zentralbank meldete für den Monat September einen Anstieg des Werts der Kupferexporte um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden Kupferlieferungen im Wert von 5,971 Milliarden US-Dollar verzeichnet, was zu einem Handelsbilanzüberschuss von 2,047 Milliarden US-Dollar im vergangenen Monat beitrug.
Parallel dazu kam es am gestrigen Mittwoch zu Arbeitsniederlegungen in der Kupfermine Centinela. Laut Reuters traten die Arbeiter in den Streik, nachdem Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag mit dem Minenbetreiber Antofagasta Minerals gescheitert waren.
Das Unternehmen betonte jedoch, dass der Produktionsausblick trotz der Arbeitskampfmaßnahmen unverändert bleibe. Am Rohstoffmarkt stützten die Sorgen über mögliche Angebotsengpässe die Kupferpreise, konnten den breiten Kursrückgang am chilenischen Aktienmarkt jedoch nicht vollständig auffangen.
Anlegerinteresse zeigt sich stabil
Trotz der jüngsten Kursschwankungen verzeichnete der iShares MSCI Chile ETF zuletzt ein gesteigertes Interesse von Investorenseite. Medienberichten zufolge flossen dem Fonds in der Woche bis Ende September netto 7,7 Millionen US-Dollar zu. Bereits in der vorangegangenen Berichtsperiode konnten Nettozuflüsse in Höhe von 3,9 Millionen US-Dollar registriert werden.
Diese Zuflüsse stehen im Kontrast zur allgemeinen Entwicklung am US-amerikanischen ETF-Markt im September. Während im August noch Nettozuflüsse von 182,6 Milliarden US-Dollar verzeichnet wurden, sank dieser Wert im September laut Marktdaten von FactSet auf 140,9 Milliarden US-Dollar.
Für den chilenischen Markt deutet die Entwicklung darauf hin, dass Investoren trotz geopolitischer Risiken weiterhin selektive Gelegenheiten in Schwellenländern suchen.
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