Chip-Riesen investieren massiv in die technologische Basis für künstliche Intelligenz. Während die Kurse schwanken, setzen Schwergewichte wie Micron und Nvidia auf den Ausbau der Infrastruktur. Es geht nicht mehr nur um reine Rechenleistung. Die Architektur der Zukunft steht auf dem Prüfstand.
Zehn Milliarden für die Forschung
Micron Technology setzt ein klares Zeichen für den Standort USA. Der Konzern investiert zehn Milliarden US-Dollar in ein neues Forschungszentrum am Hauptsitz in Boise. In den nächsten zehn Jahren sollen dort Innovationen für Speicherchips und Computer-Hardware entstehen. Sanjay Mehrotra, Chef von Micron, sieht darin den Schlüssel für schnellere KI-Anwendungen. Speicherplatz wird zunehmend zum Flaschenhals der technologischen Entwicklung. Parallel dazu baut Micron bereits zwei neue Fabriken in derselben Region.
Nvidia weitet seinen Einfluss derweil auf das Chip-Design aus. Mit dem neuen MPU-Produkt „Vera“ will der Konzern die Effizienz bei der Entwicklung automatisieren. Dabei kommen KI-Agenten zum Einsatz. Diese optimieren den Entwurf neuer Halbleiter direkt in der Designphase. Nvidia verlässt sich damit nicht mehr allein auf seine dominierenden Grafikprozessoren.
Stabilisierung über dem Durchschnitt
Der iShares MSCI Global Semiconductors ETF bündelt diese Entwicklungen in einem Portfolio. Mit einem verwalteten Vermögen von rund sechs Milliarden Euro bietet der Fonds Zugang zum gesamten Sektor. Die Kursentwicklung zeigt allerdings die aktuelle Nervosität am Markt. In den letzten 30 Tagen verlor der ETF sieben Prozent an Wert.
Der aktuelle Kurs von 16,97 Euro stabilisiert sich knapp über dem 100-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht trotz der jüngsten Korrektur ein Plus von 78 Prozent zu Buche. Die hohe Volatilität von 53 Prozent unterstreicht die Sensibilität der Branche.
Die Investitionen markieren einen Trend weg von kurzfristiger Produktion hin zu langfristiger Infrastruktur. Micron schafft die physische Basis für komplexe Rechenvorgänge. Nvidia beschleunigt die Software-Hardware-Integration. Anleger blicken nun auf die ersten operativen Fortschritte im Forschungszentrum in Boise.
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