Der iShares Global Semiconductors ETF liegt seit Januar massiv im Plus. Satte 95 Prozent Kursgewinn stehen auf der Anzeigetafel. Ein gewaltiger Lauf. Der Start in den Juli brachte nun jedoch schmerzhafte Bremsspuren. Auf Wochensicht verlor der Fonds rund zweieinhalb Prozent. Das Papier schloss am Freitag nach einer kräftigen Gegenbewegung bei 19,30 Euro.
Zweifel an der KI-Rendite
Die Stimmung in der Chipbranche dreht sich. Investoren hinterfragen zunehmend die hohen Bewertungen der KI-Profiteure. Auslöser ist das Verhalten von SK Hynix. Der Speicherhersteller baut seine Kapazitäten für Hochleistungs-Chips offenbar langsamer aus als erwartet. Das weckt konkrete Zweifel im Markt. Rechnen sich die gewaltigen Milliardeninvestitionen in die KI-Infrastruktur am Ende überhaupt?
Parallel dazu drückt die US-Notenbank auf die Bremse. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh signalisiert einen strengeren Zinskurs. Höhere Zinsen belasten traditionell wachstumsstarke Tech-Titel. Diese Kombination traf den Sektor hart.
Ausrüster unter Druck
Der Abverkauf entlud sich Anfang Juli mit voller Wucht. Dabei spaltete sich der Markt deutlich auf. Produzenten von Halbleiterausrüstung wie Teradyne, KLA Corporation und Lam Research erlitten massive Tagesverluste. Die Investitionsbudgets im breiten Halbleiterzyklus schrumpfen sichtbar.
Aber auch prominente Einzelwerte kamen heftig unter die Räder. Micron brach in der Spitze um 13 Prozent ein. Intel verlor 9 Prozent, AMD gab um 7 Prozent nach. Der breit streuende iShares-Fonds spürt diese Turbulenzen direkt in seinem Portfolio. Die annualisierte Volatilität des ETFs liegt aktuell bei extremen 69 Prozent.
Der Blick nach vorn
Langfristig betrachten Marktbeobachter den KI-getriebenen Superzyklus weiterhin als intakt. Die Bank of America rechnet künftig mit einem Marktvolumen von 1,3 Billionen Dollar. Nvidia dominiert nach den jüngsten Quartalszahlen weiterhin die Infrastruktur. AMD etabliert sich indes als stärkster Herausforderer.
Aktuell notiert der iShares-ETF gut zehn Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni. Die enorme Schwankungsbreite der letzten Tage zieht eine klare Linie im Chart. Der bedingungslose Höhenflug der Chip-Aktien pausiert vorerst.
