Der größte Aktien-ETF der Welt steht unter Druck. 122,17 Euro zeigt der iShares Core MSCI World UCITS ETF am Dienstagmorgen – 1,7 Prozent weniger als vor einer Woche. Der Grund: Halbleiteraktien brechen ein, SpaceX steht vor dem Börsengang, und die US-Notenbank entscheidet über Zinsen. Drei Ereignisse, die den Fonds bis Donnerstag auf die Probe stellen.
Broadcom enttäuscht – und reißt Tech-Sektor mit
Broadcom lieferte starke Zahlen. 22,2 Milliarden Dollar Umsatz im zweiten Quartal, 48 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,44 Dollar – leicht über den Erwartungen. Doch die Aktie stürzte um 15 Prozent ab. Warum? CEO Hock Tan ließ das Jahresziel für KI-Chip-Umsätze unverändert bei 100 Milliarden Dollar.
Für den MSCI-World-ETF ist das ein Problem. Technologieaktien machen 31,4 Prozent des Fonds aus. Nvidia allein wiegt 5,6 Prozent, Apple 5,1, Microsoft 3,5. Wenn der Tech-Sektor wackelt, wackelt der ganze ETF.
SpaceX-Börsengang: 12 Milliarden Dollar Kaufdruck
Am Mittwoch startet SpaceX an die Börse. Mit einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar würde das Unternehmen zu den zehn wertvollsten US-Konzernen gehören. Doch nur sieben Prozent der Aktien kommen in den freien Handel. MSCI bestätigte am Montag: SpaceX wird nach zehn Handelstagen in den Index aufgenommen – schneller als üblich.
Die Folge: Fonds, die den MSCI World abbilden, müssen nachkaufen. Analysten schätzen den Kaufdruck auf bis zu 12 Milliarden Dollar. S&P Global hingegen blockt. Der Indexanbieter verweist auf den Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. MSCI-Chef Henry Fernandez bleibt hart: „Unsere Regeln gelten für alle.“
Fed-Entscheidung: Zinsen bleiben hoch
Am Dienstag kommen die US-Inflationsdaten für Mai. Im April lag die Teuerung bei 3,8 Prozent – der höchste Wert seit einem Jahr. Zwei Tage später tagt die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Die Märkte rechnen fest damit, dass die Zinsen bei 3,5 bis 3,75 Prozent bleiben.
Für den ETF ist das eine Belastung. Mit einem KGV von 26 und einem Forward-Multiple von 19,6 ist er stark in Wachstumsaktien investiert. Hohe Zinsen drücken die Bewertungen. Goldman Sachs und Bank of America haben ihre Prognosen für Zinssenkungen 2026 bereits gestrichen.
Apple könnte Gegenbewegung auslösen
Am Montag begann Apples Entwicklerkonferenz. Der Konzern, der 5,1 Prozent des ETF ausmacht, will eine überarbeitete Siri-Version vorstellen. Sollten die KI-Ankündigungen überzeugen, könnte das dem Tech-Sektor kurzfristig Auftrieb geben.
Doch die nächsten Tage bleiben turbulent. Inflationsdaten, SpaceX-Börsengang und Fed-Entscheidung – der ETF muss beweisen, ob er die Schwächephase übersteht. Die Jahresperformance von 9,3 Prozent steht auf dem Spiel.
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