Der weltgrößte Aktien-ETF markiert ein frisches Allzeithoch. Unter der Oberfläche braut sich beim iShares Core MSCI World ein komplexer Mix zusammen. Ein neuer Fed-Chef, hartnäckige Inflation und ein möglicher Mega-Börsengang verändern die Rahmenbedingungen. Das Schwergewicht steht vor einer entscheidenden Phase.
Neuer Fed-Chef erbt Inflationsproblem
Kevin Warsh übernimmt die US-Notenbank. Der Senat bestätigte ihn mit einer extrem knappen Mehrheit. Er erbt eine Wirtschaft unter massivem Preisdruck. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent. Energiekosten treiben die Teuerung spürbar an.
Händler erwarten nun vorerst stabile Zinsen. Für Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei 30 Prozent. Ein solches Umfeld belastet den technologielastigen ETF direkt. Höhere Zinsen drücken traditionell die Bewertungen der hochgewichteten US-Tech-Giganten.
SpaceX erzwingt neue Indexregeln
Parallel dazu sorgt ein möglicher Börsengang von SpaceX für Unruhe. Berichte taxieren die Bewertung des Raumfahrtunternehmens auf 1,75 Billionen US-Dollar. Die Börsenbetreiber passen bereits ihre Infrastruktur an. Nasdaq und S&P 500 wollen die Aufnahme in ihre Indizes deutlich beschleunigen.
Für Anleger des iShares-Fonds hätte das konkrete Folgen. MSCI prüft aktuell die Integration großer privater Unternehmen. Ein SpaceX-Einstieg würde das Gewicht der USA weiter erhöhen. Hinzu kommen Sektorverschiebungen in Richtung Luft- und Raumfahrt. Das bedeutet mehr Umschlag im Portfolio und mögliche Abweichungen vom Referenzindex.
Rekordjagd trotz Gegenwind
Trotz dieser Unsicherheiten zeigen sich Investoren unbeeindruckt. Der ETF kletterte am Donnerstag auf ein neues Allzeithoch bei 121,89 Euro. Auf Jahressicht steht damit ein Plus von gut 21 Prozent auf der Anzeigetafel. Der milliardenschwere, thesaurierende Fonds bleibt das unangefochtene Schwergewicht seiner Klasse.
Ende Mai steht nun die nächste reguläre Anpassung an. MSCI nimmt Medline A, MasTec und TechnipFMC in den Weltindex auf. Ab dem ersten Juni greift dann eine verfeinerte Methode zur Berechnung des Streubesitzes. Diese technischen Umstellungen zwingen den ETF zu weiteren Umschichtungen.
