iRobot verlässt endgültig die Börse. Nach dem Insolvenzantrag wird die Gesellschaft vollständig vom bisherigen Auftragsfertiger übernommen – für die Inhaber der Stammaktien bedeutet das einen Totalverlust. Der Titel ist nur noch außerbörslich als spekulativer Pennystock handelbar.
Insolvenz und Delisting
Den entscheidenden Schritt markierte Mitte Januar die Entscheidung der Nasdaq, die Stammaktien von iRobot vom Handel auszuschließen. Vorausgegangen war ein freiwilliger Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 Mitte Dezember.
Seither wird die Aktie nur noch im außerbörslichen Handel (OTC) gehandelt. Die Kursschwankungen dort sind stark, spiegeln aber keine wirtschaftliche Sanierungsperspektive mehr wider, sondern rein spekulative Bewegungen eines insolventen Titels.
Übernahme durch Picea Robotics
Basis der aktuellen Entwicklung ist ein vorab ausgehandeltes Chapter-11-Verfahren („pre-packaged bankruptcy“). Ziel ist die vollständige Übernahme von iRobot durch den besicherten Gläubiger und Hauptauftragsfertiger, das in China ansässige Unternehmen Shenzhen Picea Robotics Co.
Kernpunkte des Restrukturierungsplans:
- Picea Robotics erhält 100 % der Unternehmensanteile.
- Sämtliche ausstehenden Stammaktien werden gestrichen.
- iRobot stellt ausdrücklich klar, dass bestehende Aktionäre keine Auszahlung oder sonstige Kompensation erhalten sollen.
- Der Abschluss des Plans wird bis Februar 2026 erwartet.
Damit ist der Ausgang für die bisherigen Anteilseigner klar definiert: Das wirtschaftliche Eigentum am Unternehmen geht vollständig auf Picea über, die Aktien werden wertlos.
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Weg in die Insolvenz
Der Zusammenbruch war das Ergebnis eines über mehrere Jahre anhaltenden Rückgangs. Bereits das Geschäftsjahr 2024 zeigte deutliche Schwächen. Der im März 2025 veröffentlichte Umsatz für 2024 lag mit 681,8 Mio. US-Dollar deutlich unter den 890,6 Mio. US-Dollar des Vorjahres.
Die Entwicklung verschlechterte sich 2025 weiter. Der letzte veröffentlichte Bericht vor dem Insolvenzantrag, das dritte Quartal 2025, wies nur noch 145,8 Mio. US-Dollar Umsatz aus. Ein nachhaltiger Turnaround des Geschäfts gelang nicht.
Eine zentrale Weichenstellung war das Scheitern der geplanten Übernahme durch Amazon im Volumen von 1,4 Mrd. US-Dollar. Die Transaktion war im Januar 2024 an regulatorischen Hürden gescheitert. In der Folge leitete iRobot umfangreiche Sparprogramme ein, die sich letztlich als unzureichend erwiesen.
Die Eckdaten des Falls
Die aktuelle Lage lässt sich auf einige wesentliche Fakten verdichten:
- Insolvenzantrag: Freiwilliger Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 am 15. Dezember 2025.
- Übernahme: Vereinbarung zur Veräußerung von 100 % des Eigenkapitals an Shenzhen Picea Robotics im Rahmen des gerichtlich überwachten Restrukturierungsverfahrens.
- Aktionärsverlust: Der Restrukturierungsplan sieht die vollständige Streichung aller Stammaktien vor, womit die bisherigen Anteilseigner leer ausgehen.
- Delisting: Offizielle Ankündigung des Delistings durch die Nasdaq am 13. Januar 2026.
- Aktienstatus: Kein Handel mehr an einer großen Börse, nur noch OTC als illiquider, hochspekulativer Pennystock.
Marktbild und Einordnung
Anleger verfolgen nun vor allem die technischen und administrativen Schritte, mit denen die Übernahme im Rahmen des Chapter-11-Verfahrens umgesetzt wird. Die teils heftigen, aber unregelmäßigen Kursbewegungen der Restnotiz sind von den fundamentalen Verhältnissen entkoppelt, da das Vermögen des Unternehmens an Picea übergeht und für Stammaktionäre kein Wert mehr verbleibt.
Mit der Kombination aus Insolvenzantrag, vollständiger Übernahme durch Picea und dem offiziellen Delisting ist der wirtschaftliche Wert der iRobot-Stammaktien faktisch auf null reduziert.
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