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Symbolbild, KI-generiert

IREN Aktie: Nscale-IPO löst Verkaufswelle aus

Der geplante Börsengang von Nscale belastet KI-Aktien; Analysten setzen für IREN Kursziele von 40 bis 99 US-Dollar an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • IREN verliert 4,5 Prozent im Xetra-Handel
  • Nscale-IPO löst Verkäufe bei KI-Werten aus
  • Analysten nennen Kursziele von 40 bis 99 Dollar
  • IREN beantragt SEC-Verfahrenserleichterung für Aktionärsversammlungen

Der Markt für KI-Infrastruktur verzeiht derzeit keine Zweifel. Am Freitag büßte die Aktie von IREN im Xetra-Handel 4,5 Prozent ein und ging bei 38,76 € aus dem Handel.

Der Grund für diesen Kursrutsch lag nicht im Unternehmen selbst, sondern im Branchenumfeld: Medienberichten zufolge löste der angekündigte Börsengang des Konkurrenten Nscale eine sektorweite Verkaufswelle bei Neocloud- und KI-Werten aus.

Neben IREN gerieten auch Titel wie CoreWeave und Nebius unter Druck. Für mich zeigt diese Marktreaktion deutlich, wie nervös Anleger inzwischen auf das Thema Wettbewerb und Preissetzungsmacht reagieren.

Wachsender Konkurrenzdruck trifft auf Bewertungsfragen

Die Verunsicherung der Marktteilnehmer kommt nicht von ungefähr. Mit dem geplanten IPO von Nscale rücken fundamentale Fragen in den Mittelpunkt, die viele Investoren während des KI-Booms gerne verdrängt haben: Wie nachhaltig sind die erzielten Margen, wie eng bleibt das Angebot an Rechenkapazitäten und wie entwickelt sich das GPU-Angebot auf Dauer?

Wenn immer mehr spezialisierte Anbieter auf das Parkett drängen, um sich frisches Kapital für ihre Rechenzentren zu sichern, droht mittelfristig ein Verdrängungswettbewerb über die Preise.

Genau diese strukturellen Risiken spiegeln sich auch in den jüngsten Einschätzungen der Analysten wider. Die Spanne der Erwartungen könnte dabei kaum weiter auseinanderklaffen. Am 18. September startete Northland Securities die Beobachtung der IREN-Aktie mit einer Outperform-Einstufung und rief ein Kursziel von 99,00 $ aus.

Nur wenige Tage später, am 23. September, schlug Rothschild & Co Redburn jedoch ganz andere Töne an. Analyst Alex Haissl stufte den Titel mit „Neutral“ und einem Kursziel von 40 $ ein. Seine Begründung trifft den wunden Punkt der Branche: Er verwies auf Risiken bezüglich des Kreditrisikos sowie auf die Frage, wie dauerhaft die Erträge und Bewertungen im Neocloud-Segment tatsächlich sind.

Für mich ist diese Skepsis mehr als berechtigt. Der Kapitalhunger dieser Branche ist gigantisch, und wer aggressive Wachstumspläne schuldenfinanziert umsetzt, setzt sich bei einer Normalisierung der Nachfrage erheblichen Gefahren aus.

Formale Routine statt operativer Befreiungsschlag

Auf Unternehmensebene herrschte in den vergangenen Tagen eher bürokratische Routine. Am Mittwoch wandte sich IREN mit einem Ersuchen an die US-Börsenaufsicht SEC.

Das Unternehmen beantragte eine Befreiung von den vorläufigen Proxy-Einreichungspflichten für Aktionärsversammlungen, deren Tagesordnung auf bestimmte Routinethemen beschränkt ist. Dazu zählt unter anderem die nach australischem Recht erforderliche Zustimmung der Aktionäre zu bestimmten Aktienrückkäufen.

Anleger sollten diesen Schritt nüchtern betrachten. Bei der Eingabe handelt es sich lediglich um einen formalen Antrag auf Verfahrenserleichterung, nicht um die Ankündigung eines konkreten Aktienrückkaufprogramms. Operative Fantasie lässt sich daraus für mich nicht ableiten.

Einordnung für Anleger

Das Marktumfeld für Neocloud-Papiere kühlt spürbar ab. Die Zeiten, in denen allein der Verweis auf KI-Kapazitäten für Kursfeuerwerke sorgte, dürften vorerst vorbei sein. Mit einem Abschlag von 44 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 68,61 € spiegelt die IREN-Aktie diese Ernüchterung bereits wider.

Unterm Strich steht der Sektor vor einer Phase der Differenzierung. Solange der Markt befürchten muss, dass zusätzliche Marktteilnehmer wie Nscale das Gefüge aus Angebot und Nachfrage belasten, bleibt der Gegenwind für IREN spürbar.

Die Euphorie von Northland Securities erscheint mir vor diesem Hintergrund deutlich zu forsch, während die zurückhaltende Haltung von Rothschild & Co Redburn die aktuellen Realitäten besser abbildet. Für eine nachhaltige Trendwende braucht es handfeste Belege, dass IREN seine Margen auch bei wachsender Konkurrenz verteidigen kann.

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