Starke Kursbewegung, schwache Gewinne— bei IREN klaffen Kursphantasie und Ergebnisrealität weit auseinander. Das Unternehmen steht kurz vor seinem Quartalsbericht für das dritte Geschäftsquartal 2026. Und der dürfte zeigen, wie weit der Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Cloud-Anbieter tatsächlich trägt.
Die Aktie legte zuletzt kräftig zu. Innerhalb von sieben Tagen stieg der Kurs um gut 27 Prozent, seit Jahresbeginn um 28 Prozent. Auslöser des jüngsten Schubs war die angekündigte Übernahme von Mirantis— ein Zukauf, der IREns KI-Cloud- und Kubernetes-Fähigkeiten ausbauen soll. Das Handelsvolumen lag dabei rund 31 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt. Kein Wunder— der Deal passt exakt zur Strategie, die Investoren gerade kaufen.
Umsatz wächst, Verluste bleiben
Analysten erwarten für Q3 einen Umsatz von rund 214 bis 219 Millionen Dollar— ein Wachstum von fast 44 bis 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Ergebnis je Aktie rechnet der Konsens mit einem Verlust von 18 Cent.
Der Verlust überrascht nicht. IREN trägt weiter die Kosten des Strategiewechsels. Bitcoin-Mining-Hardware verliert an Wert und muss abgeschrieben werden. Im zweiten Quartal beliefen sich diese Wertminderungen auf knapp 32 Millionen Dollar— doppelt so viel wie im Quartal davor. Für Q3 dürfte das ähnlich aussehen.
Mittelfristig ist das Bild freundlicher. Der Jahresumsatz soll 2026 auf rund 958 Millionen Dollar steigen— ein Plus von 87 Prozent. Im Folgejahr peilt das Unternehmen fast 2,9 Milliarden Dollar an.
Microsoft-Vertrag als Fundament
Was das Bild stabilisiert: IREN hat sich im zweiten Quartal eine solide Finanzierungsbasis gesichert. Microsoft zahlte 1,9 Milliarden Dollar als Vorauszahlung. Hinzu kamen GPU-Finanzierungen in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar. Zusammen decken diese Mittel rund 95 Prozent der GPU-Investitionen aus dem Microsoft-Vertrag ab.
Das Unternehmen will bis Ende 2026 einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar erreichen. Ob das realistisch ist, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Ausbau der Rechenzentrumskapazität vorankommt.
Starke Konkurrenz, konstruktive Analysten
Im KI-Infrastrukturmarkt ist der Platz begrenzt. CoreWeave und Nebius dominieren das Segment der großen Hyperscaler-Deals. IREN dürfte sich eher im Bereich kleinerer Verträge positionieren— ein wachsender, aber umkämpfter Markt.
B. Riley Securities bestätigte Anfang Mai seine Kaufempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 70,40 Dollar, das höchste Einzelziel bei 105 Dollar. Elf Analysten empfehlen den Kauf, zwei raten zum Verkauf.
Allerdings hat IREN in den vergangenen vier Quartalen die Gewinnerwartungen jedes Mal verfehlt— im Schnitt um 205 Prozent. Der kommende Bericht wird zeigen, ob das Unternehmen seinen eigenen Ansprüchen endlich näherkommen kann. Gelingt das, hätte der Kursanstieg der letzten Wochen eine fundamentale Grundlage.
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