IREN sorgt zum Jahresstart für Gesprächsstoff. Nach einer heftigen Korrektur drehte die Aktie am Freitag plötzlich nach oben – ausgelöst von einem Mix aus Short-Eindeckungen und einem milliardenschweren Großauftrag. Im Zentrum steht eine strategische Neuausrichtung weg vom reinen Bitcoin-Mining hin zu Hochleistungsrechenzentren für KI-Anwendungen.
Shortseller in der Gegenbewegung
Nach dem Rückgang von den Hochs im November hatten sich Leerverkäufer klar positioniert: Die Short-Quote stieg zuletzt auf rund 15 %. Viele Marktteilnehmer setzten also darauf, dass die Schwächephase anhält.
Diese Konstellation wirkte wie ein Spannungsfeld nach unten. Als die Aktie am Freitag deutlich zulegte, dürften zahlreiche Shortseller gezwungen gewesen sein, ihre Positionen einzudecken. Dieses „Short Covering“ verstärkte den Aufwärtsimpuls und führte zu einem klassischen Short Squeeze. Technisch hat sich der Titel dabei von der Unterstützungszone um 37 US-Dollar nach oben gelöst.
Am Ende des Handelstags stand ein Plus von rund 12,9 % und ein Schlusskurs von 42,70 US-Dollar – eine spürbare Erholung nach den jüngsten Rücksetzern.
Microsoft-Vertrag als Kurstreiber
Fundamental wird die neue Fantasie vor allem durch einen Großdeal mit Microsoft getragen. IREN richtet sein Geschäftsmodell zunehmend auf High-Performance-Computing und KI-Infrastruktur aus – weg vom Image des reinen Bitcoin-Miners.
Kernpunkte des Microsoft-Vertrags:
- Vertragsvolumen: 9,7 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre
- Inhalt: Aufbau und Betrieb von KI-fähigen Rechenzentren für Hyperscale-Anwendungen
- Standort: Nutzung des Campus in Childress, Texas, mit gestaffeltem GPU-Ausbau bis 2026
- Finanzierung: Platzierung einer Wandelanleihe über 2,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der Expansion
Dieser Vertrag wird am Markt als Bestätigung gesehen, dass IREN sich zu einer breiteren Plattform für KI-Infrastruktur entwickelt. Vor allem institutionelle Investoren reagieren sensibel auf solche langfristig gesicherten Einnahmequellen, da sie Planbarkeit in ein ansonsten hochvolatiles Umfeld bringen.
Gleichzeitig birgt die Finanzierung über Wandelanleihen das Risiko künftiger Verwässerung. Genau dieser Punkt hatte den Kurs in der Vergangenheit immer wieder belastet und bleibt ein zentrales Thema für Investoren.
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Analysten sehen weiteres Potenzial – mit Risiko
Trotz der hohen Schwankungen bleiben die Kursziele der Analysten ambitioniert. Der Konsens liegt aktuell bei rund 67 US-Dollar und signalisiert damit ein theoretisches Aufwärtspotenzial von mehr als 50 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Einzelne Häuser wie JMP Securities gehen mit Kurszielen um 80 US-Dollar noch darüber hinaus und verweisen auf die aggressive Expansion und die vertraglich abgesicherten Umsätze.
Die große Diskrepanz zwischen aktuellem Kurs und Zielmarken macht aber auch eines deutlich: Entscheidend wird sein, ob IREN den Ausbau der Infrastruktur im geplanten Tempo und Budget umsetzen kann. Verzögerungen oder zusätzlicher Kapitalbedarf mit weiterer Verwässerung könnten diese Fantasie schnell dämpfen.
Technisches Bild und Volatilität
Aus technischer Sicht war der Freitag ein wichtiger Tag. Mit dem Schlusskurs bei 42,70 US-Dollar hat die Aktie die Marke von 40 US-Dollar zurückerobert und damit den kurzfristigen Abwärtstrend abgeschwächt. Der Bereich um 37 US-Dollar hat sich als tragfähige Unterstützung bestätigt.
Der Blick auf die größeren Linien zeigt:
- Vom 52-Wochen-Tief bei 4,80 US-Dollar hat sich die Aktie inzwischen um fast 790 % nach oben entfernt.
- Gleichzeitig liegt der Kurs noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 66,51 US-Dollar, der Abstand beträgt rund 36 %.
Die Volatilität bleibt extrem: Die annualisierte 30-Tage-Schwankungsbreite liegt bei über 100 %, der Titel bewegt sich also deutlich heftiger als der Gesamtmarkt. Der RSI mit rund 51 Punkten signalisiert aktuell weder eine klar überkaufte noch überverkaufte Situation.
Fazit: Zwischen Chance und Umsetzung
IREN steht an einem spannenden Punkt: Auf der einen Seite ein Milliardenvertrag mit Microsoft, eine klarere Positionierung als KI-Infrastruktur-Anbieter und ein technischer Befreiungsschlag nach unten. Auf der anderen Seite hohe Volatilität, eine spürbare Abhängigkeit vom Gelingen der Ausbaupläne und die Frage, wie stark künftige Finanzierungen den Anteilseignern zusetzen.
In den kommenden Monaten wird vor allem entscheidend sein, ob IREN die geplanten Rechenzentrumsprojekte in Childress wie angekündigt bis 2026 hochfahren kann und dabei ohne zusätzliche große Kapitalmaßnahmen auskommt – davon hängt maßgeblich ab, ob die optimistischen Kursziele realistisch bleiben.
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