Während die IREN-Aktie nach schwachen Quartalszahlen um 7,9 Prozent nachgibt, rückt eine zweite Meldung aus den vergangenen Tagen in den Fokus: Das Unternehmen hat sich frisches Kapital für seinen Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter gesichert. Die eigentliche Frage für Anleger lautet nicht, wie schlecht das vergangene Quartal war, sondern ob die Finanzierung des Wachstumskurses steht.
Blue Owl und PIMCO finanzieren GPU-Ausbau
IREN hat sich 2,8 Milliarden Dollar an neuen GPU-Finanzierungsfazilitäten gesichert, angeführt von Blue Owl Capital und Pacific Investment Management Company. Die Mittel sind zu einem festen Zinssatz von 9,0 Prozent verzinst und sollen 90 Prozent der Investitionsausgaben für den Standort Mackenzie abdecken.
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit Investitionsausgaben zwischen 25 und 30 Milliarden Dollar, um vertraglich zugesicherte Microsoft-Kapazitäten und zusätzliche GPU-Bereitstellungen zu realisieren. Diese Größenordnung zeigt, wie stark IREN inzwischen auf Fremdkapital setzt, um mit dem Tempo der KI-Nachfrage Schritt zu halten.
Der Umbau schreitet parallel voran: Bis Ende Dezember 2026 will das Unternehmen seine klassischen Bitcoin-Mining-Aktivitäten faktisch abwickeln und rund 380 Megawatt an Rechenzentrumskapazität auf KI-Betrieb umstellen.
Quartalszahlen liefern den Kursdruck
Der eigentliche Auslöser für den Kursrutsch der vergangenen Tage waren die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zum vierten Geschäftsquartal. Der Umsatz verfehlte mit 137,2 Millionen Dollar die Erwartungen der Wall Street von rund 157,1 Millionen Dollar deutlich, der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 0,41 Dollar größer aus als die von Analysten prognostizierten 0,34 Dollar.
Unter dem Strich stand ein Nettoverlust nach US-GAAP von 684 Millionen Dollar, der zu großen Teilen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen von 450,4 Millionen Dollar zurückgeht – eine direkte Folge der Stilllegung von Bitcoin-Mining-Hardware an mehreren Standorten.
Ein Lichtblick verbirgt sich jedoch in der Umsatzstruktur: Die Erlöse aus AI Cloud Services verdoppelten sich im Quartalsvergleich mehr als auf 70,5 Millionen Dollar und machten damit 51,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Erstmals übertrafen sie damit die Erlöse aus dem klassischen Bitcoin-Mining von 66,7 Millionen Dollar. Das operative Geschäft verschiebt sich also sichtbar in Richtung KI-Infrastruktur, auch wenn die Bilanz darunter noch leidet.
Volle Auftragsbücher, aber teurer erkauft
Am Donnerstag bestätigte IREN zudem einen neuen mehrjährigen KI-Cloud-Vertrag mit einem nicht namentlich genannten „führenden Frontier-AI-Labor“. Die Kapazität für 2026 sei inzwischen weitgehend ausverkauft, mit vertraglich gesicherten annualisierten Erlösen von 4 Milliarden Dollar.
Kombiniert mit den bereits abgeschlossenen Übernahmen der Software- und Servicefirmen Mirantis und Nostrum ergibt sich das Bild eines Unternehmens, das aggressiv auf allen Ebenen in die KI-Infrastruktur investiert – finanziert über immer neue Kreditlinien und mit entsprechend hohem Zinsaufwand.
An der Börse notiert das Papier aktuell bei 32,09 Euro und damit rund 53 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro vom 3. November 2025. Über die vergangenen zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 63 Prozent, was zeigt, wie volatil die Neubewertung des Unternehmens seit dem Strategiewechsel verlaufen ist.
Insiderverkäufe von 66,7 Millionen Dollar binnen zwölf Monaten ohne Gegenkäufe unterstreichen, dass zumindest Teile des Managements Kursgewinne mitgenommen haben, während das Unternehmen selbst massiv fremdfinanziertes Wachstum vorantreibt.
IREN-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IREN-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten IREN-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IREN-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
IREN: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
