Bitcoin-Mining war gestern. IREN hat einen 1,6-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Dell Technologies abgeschlossen, um Nvidia-Blackwell-Systeme zu beschaffen — und markiert damit einen klaren Bruch mit seiner Vergangenheit als Krypto-Miner.
KI-Infrastruktur in Texas
Das Paket umfasst GPUs, Server, Speicher- und Netzwerktechnik, die im texanischen Childress installiert werden sollen. Hintergrund ist ein bereits bestehender Managed-Services-Vertrag mit Nvidia im Volumen von 3,4 Milliarden Dollar über fünf Jahre — die Dell-Bestellung ist die Hardware-Grundlage dafür.
Die Inbetriebnahme der Blackwell-Systeme ist für Anfang 2027 geplant. Laut Unternehmensplanung soll der annualisierte Umsatz-Run-Rate dadurch von 3,7 auf 4,4 Milliarden Dollar steigen. Co-CEO Daniel Roberts betont, dass „Time-to-Compute“ der entscheidende Wettbewerbsvorteil sei: IREN nutzt bestehende Grundstücke und Stromanschlüsse, um die langen Bauvorlaufzeiten zu umgehen, mit denen die gesamte Branche kämpft.
Abschied vom Bitcoin-Mining
Bis Ende 2026 will IREN das Bitcoin-Mining vollständig einstellen. Der Schwenk Richtung KI ist durch mehrere Großverträge abgesichert: Ein Microsoft-Vertrag über 9,7 Milliarden Dollar ist bereits mit 3,6 Milliarden Dollar finanziert. Nvidia hält Warrants auf bis zu 30 Millionen IREN-Aktien — ein potenzielles Investment von bis zu 2,1 Milliarden Dollar. Die Expansion wird teilweise über eine Anleihe im Volumen von 2,6 Milliarden Dollar mit einem Kupon von 1,00 Prozent und Laufzeit bis 2033 finanziert.
Die Kapitalstruktur ist ambitioniert. Analysten von Simply Wall St prognostizieren für 2029 einen Jahresumsatz von 5,6 Milliarden Dollar bei einem Gewinn von 183,6 Millionen Dollar — warnen aber ausdrücklich vor der hohen Kapitalintensität und den Schuldenlasten, die dieses Wachstum erfordert.
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Kurs explodiert, Analysten uneins
Die Märkte reagierten mit einem Kurssprung von rund 13 Prozent auf 66,15 Dollar. Auf Jahressicht hat die Aktie mehr als 600 Prozent zugelegt — ein Wert, der die Dimension der laufenden Transformation widerspiegelt. Aktuell notiert das Papier bei rund 57 Euro, etwa 14 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs.
Die Analystenmeinungen klaffen auseinander: B. Riley erhöhte das Kursziel auf 88 Dollar und bekräftigte sein „Buy“-Rating mit Verweis auf Tempo und Umfang der Hyperscaler-Verträge. Goldman Sachs hob das Ziel zwar auf 50 Dollar an, blieb aber bei „Neutral“ — begründet mit dem wegfallenden Krypto-Mining-Umsatz. Macquarie bleibt mit „Outperform“ und einem Kursziel von 90 Dollar am optimistischsten.
Ob IREN die Schuldenlast stemmt und die Blackwell-Systeme termingerecht in Betrieb nimmt, wird sich spätestens Anfang 2027 zeigen — wenn die erste Hardware in Childress hochfahren soll.
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