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IREN Aktie: 13,1 Milliarden Dollar mit Microsoft und Nvidia

IREN-Aktie notiert unter 50-Tage-Linie: Registrierung von 11,9 Mio. Mirantis-Aktien bremst, während Milliardenverträge mit Microsoft und Nvidia das ARR-Ziel stützen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldman Sachs beteiligt sich mit 9,4 Prozent
  • Mirantis-Aktienpaket im Wert von 476 Mio. Dollar
  • Microsoft- und Nvidia-Verträge über 13,1 Mrd. Dollar
  • Bernstein sieht Kursziel bei 100 Dollar

Wer sich seit gestern über die IREN-Aktie wundert, sollte genauer hinschauen: Der Kurssprung von 9,6 Prozent am Mittwoch nach der Meldung, dass Goldman Sachs eine Beteiligung von 9,4 Prozent hält, ist längst verarbeitet. Spannender finde ich, was im Hintergrund läuft — und was Anleger dabei leicht übersehen.

Die stille Aktienflut aus der Mirantis-Übernahme

Anfang August hat IREN die Übernahme des Cloud-Software-Anbieters Mirantis abgeschlossen, bezahlt mit 12,6 Millionen Aktien plus rund 40 Millionen Dollar in bar und weiteren Instrumenten.

Am 6. August folgte der nächste Schritt: Das Unternehmen meldete eine Registrierungserklärung für den möglichen Weiterverkauf von 11,9 Millionen Aktien, die an ehemalige Mirantis-Aktionäre ausgegeben wurden — zum Zeitpunkt der Anmeldung ein Paket im Wert von etwa 476 Millionen Dollar.

Das ist aus meiner Sicht der eigentliche Punkt, über den man reden sollte, nicht die x-te Institutionelle-Beteiligung-Meldung. Eine Registrierung zum Weiterverkauf bedeutet nicht automatisch, dass diese Aktien morgen auf den Markt kommen.

Aber sie schafft ein Verkaufsfenster für ehemalige Mirantis-Eigentümer, und bei einem Volumen dieser Größenordnung sollte niemand überrascht sein, wenn der Kurs zwischendurch etwas Gegenwind bekommt. Genau das könnte erklären, warum die Aktie trotz starker Nachrichtenlage aktuell bei 37,56 Euro notiert und damit 3,7 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 39,02 Euro liegt.

Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache als das Kursbild

Während der Kurs mit dem eigenen gleitenden Durchschnitt kämpft, hat IREN operativ zuletzt geliefert. Am 11. August bestätigte das Unternehmen kombinierte Mehrjahresverträge im AI-Cloud-Bereich mit Microsoft und Nvidia im Volumen von rund 13,1 Milliarden Dollar — Grundlage für ein überarbeitetes ARR-Ziel für 2026 von über 4,0 Milliarden Dollar.

Nur wenige Tage zuvor, am 5. August, hatte IREN dieses Ziel bereits auf 4,4 Milliarden Dollar angehoben, gestützt auf den geplanten Einsatz luftgekühlter Nvidia-Blackwell-Systeme am Standort Childress in Texas im Rahmen einer 1,6-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Dell.

Diese Zahlen wirken für mich wie das eigentliche Fundament der Investmentstory — nicht die täglichen Meldungen über neue institutionelle Anteilseigner. Bank of New York Mellon etwa erhöhte seine Position Anfang August um 1.058,2 Prozent, was auf 243.631 Aktien lediglich eine überschaubare Position bleibt. Solche Meldungen sind Rauschen, kein Signal.

Die Gewinnschätzungen hinken der Erzählung hinterher

Wo ich vorsichtiger werde: Ende Juli senkte ein Finanzaggregator die Konsensschätzung für den Verlust pro Aktie im Geschäftsjahr 2026 um 22 Prozent auf 0,78 Dollar. Das passt nicht recht zu den euphorischen Umsatzzielen und zeigt, dass IREN noch tief in der Investitionsphase steckt.

Wer auf schnelle Profitabilität wartet, dürfte enttäuscht werden — wer auf den Ausbau der AI-Infrastruktur setzt, sieht in den Vertragsabschlüssen mit Microsoft und Nvidia dagegen genau das erwartete Muster.

Der am 12. August veröffentlichte 100-Dollar-Kursziel von Sanford C. Bernstein mit „Outperform“-Einstufung, begründet mit einer Wettbewerbsposition im texanischen Rechenzentrumsmarkt nach einem regionalen Prüfstopp für neue Betreiber, passt in dieses Bild einer strukturellen Wette auf Texas als AI-Infrastruktur-Standort.

Mein Fazit

Für mich überwiegen die Chancen die kurzfristigen Belastungsfaktoren. Die Volatilität von 139 Prozent auf 30-Tage-Basis und ein Abstand von 45 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro zeigen, wie nervös der Markt IREN einpreist.

Die Mirantis-Aktienregistrierung dürfte kurzfristig ein technischer Belastungsfaktor bleiben, solange unklar ist, wie viele der 11,9 Millionen Aktien tatsächlich verkauft werden.

Strategisch aber sprechen die Vertragsvolumina mit Microsoft und Nvidia sowie das angehobene ARR-Ziel für eine Gesellschaft, die sich vom Krypto-Miner zum AI-Infrastruktur-Anbieter wandelt — mit allen Risiken, die ein solcher Umbau mit sich bringt.

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Diskussion zu IREN

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.