IQM Quantum Computers Oyj hat einen detaillierten Zeitplan für den Einsatz des LUMI-IQ-Systems in der europäischen LUMI AI Factory bekannt gegeben. Das Projekt im finnischen Kajaani markiert einen wesentlichen Schritt für die Integration von Quantentechnologie in bestehende Supercomputer-Infrastrukturen. Die Realisierung erfolgt in mehreren Etappen und wird durch internationale Kooperationen finanziert.
Dreistufiger Ausbau bis 2029
Die am Donnerstag vorgestellte Roadmap sieht vor, dass im Jahr 2027 zunächst ein IQM Halocene H4 System installiert wird. Dieses soll über 150 physische Qubits verfügen und die Grundlage für die weiteren Entwicklungsstufen bilden.
Im darauffolgenden Jahr sind technologische Upgrades geplant, die darauf abzielen, die logischen Fehlerraten signifikant zu senken und eine Fehlerkorrektur in Echtzeit zu ermöglichen. Den Abschluss der aktuellen Planung bildet die Installation eines IQM Halocene H5 Systems im Jahr 2029.
Das Vorhaben ist Teil der LUMI AI Factory Initiative und wird durch das EuroHPC Joint Undertaking sowie die Staaten Finnland, Tschechien, Norwegen und Polen finanziert. Als Standort dient das neue Datenzentrum des CSC – IT Center for Science. IQM positioniert diesen Fortschritt als entscheidenden Beitrag zur Forschung an fehlertoleranten Quantensystemen und zur Weiterentwicklung des hybriden Hochleistungsrechnens in Europa.
Finanzielle Rahmenbedingungen und Marktreaktion
Flankiert wird die technologische Entwicklung von einer stabilen Auftragslage. Medienberichten zufolge beläuft sich der Auftragsbestand des Unternehmens derzeit auf über 102 Millionen Euro.
Diese Kennzahl stützt die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026, die das Management nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Halbjahr konkretisiert hatte. Vor rund zwei Wochen hatte zudem das doppelte Börsenlisting des Unternehmens für zusätzliche Aufmerksamkeit am Markt gesorgt.
An der Börse wurde die Nachricht über die konkrete Roadmap freundlich aufgenommen. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 8,93 Euro, was einem Anstieg von 1,1 % entspricht. Damit liegt der Titel derzeit etwa 17 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Mitte Juli markiert wurde.
Das Unternehmen festigt mit dem LUMI-Projekt seine Rolle im europäischen Ökosystem für Quantencomputing, während die Anleger die planmäßige Umsetzung der technologischen Meilensteine beobachten.
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