IonQ erlebt turbulente Wochen an der Börse. Die US-Regierung pumpt Milliarden in die Quantentechnologie. Dennoch verliert die Aktie massiv an Boden. Allein im letzten Monat brach der Kurs um über 23 Prozent auf 43,28 Euro ein.
Milliarden-Spritze aus Washington
Die US-Regierung macht Tempo. Eine neue Strategie sieht Investitionen von rund zwei Milliarden Dollar vor. Bis 2028 sollen praktische Quantencomputer für die Forschung bereitstehen.
Das Programm fordert den Wechsel zu neuen Verschlüsselungstechniken. Dieser Umstieg soll Anfang des nächsten Jahrzehnts abgeschlossen sein. IonQ besetzt in diesem Plan eine Schlüsselposition.
Das Forte-System des Unternehmens nutzt 36 voll vernetzte Qubits. Partnerschaften mit AWS, Azure und Google Cloud sichern zusätzlich den Marktzugang. Das Management sieht sich als integralen Bestandteil der nationalen Infrastruktur.
Extreme Kluft bei der Bewertung
Analysten sind sich über den Wert des Unternehmens uneinig. Northland Securities sieht das Kursziel bei 70 Dollar. Der Marktkonsens liegt auf einem ähnlichen Niveau.
Einige Experten halten sogar Kurse von 100 Dollar für möglich. Im Gegensatz dazu stehen Modellrechnungen von Simply Wall St. Diese beziffern den fairen Wert auf lediglich 5,06 Dollar.
Die Berechnung nutzt ein Diskontierungsmodell mit einem Zinssatz von 8,26 Prozent. Solche Diskrepanzen sind typisch für junge Technologiebranchen. Hohe Wachstumshoffnungen treffen hier auf fehlende Gewinne.
Wachstum frisst Kapital
Das operative Geschäft wächst rasant. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 755 Prozent auf 64,7 Millionen Dollar. Die Prognose für das Gesamtjahr liegt bei bis zu 270 Millionen Dollar.
Parallel dazu verbrennt IonQ viel Geld. Der bereinigte EBITDA-Verlust betrug zuletzt knapp 97 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein Minus von bis zu 330 Millionen Dollar.
Hohe Kosten für aktienbasierte Vergütungen belasten das Ergebnis zusätzlich. Mit Reserven von 3,1 Milliarden Dollar bleibt das Unternehmen jedoch handlungsfähig. Diese Mittel sollen auch für mögliche Zukäufe dienen.
Nächste Woche rückt die Regulierung in den Fokus. Ein neuer US-Erlass zur KI-Sicherheit könnte die Branche belasten. Technisch nähert sich die Aktie bei einem RSI von 40,5 der überverkauften Zone. Der Kurs liegt aktuell rund 39 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 71,00 Euro.
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